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Millionengeschenke per E-Mail

Per E-Mail verschicken Betrüger schädliche Computerviren wie den „Polizei-Trojaner".
Per E-Mail verschicken Betrüger schädliche Computerviren wie den „Polizei-Trojaner". ©A. J. Kopf
„Auch im Internet wird einem nichts geschenkt.“ Mit diesem Satz fasste Harald Longhi vor Höchster Senioren die Warnung vor Betrug mit Internet und E-Mail zusammen. Der Kriminalbeamte referierte nach Einladung des Seniorenrates der Gemeinde.
Betrugsversuche per E-Mail und Internet

 

Tagtäglich hat die Gruppe der EDV-Internetkriminalität der Kriminalpolizei mit neuen Betrugsversuchen zu tun. Obwohl die Geschichten stets unwahrscheinlich klingen – immer wieder hofft ein Opfer doch auf die zugesagten Millionen. Da melden sich per E-Mail ein angeblicher Advokat, ein Banker oder eine Witwe. Sie haben herrenloses Geld zur Verfügung, Millionen an Euro von einem ermordeten oder per Flugzeug abgestürzten Verwandten, Kunden usw. Das Geld liegt in Nigeria, den USA oder sonst weit weg.

Um diese Millionen sicher außer Landes bringen zu können, suchen sie nach einem vertrauenswürdigen Partner, der dafür natürlich etliche der Millionen abbekommt. Und ab und zu fallen vertrauensselige Opfer auf diese Märchen herein. Sie bezahlen auch gerne etliche tausend Euro, weil jemand bestochen werden muss . . . „Beim jüngsten Fall in Österreich überwies ein Mann insgesamt 170.000 Euro, weil er tatsächlich glaubte, danach 2 Millionen überwiesen zu bekommen.“

Kein Kennwort herausgeben

Harald Longhi kennt weitere aktuelle Tricks. Nach wie vor gibt es Versuche, an die Kennwörter und Kontodaten von Internet-Banknutzern zu kommen. Longhi: „Geben Sie nie persönliche Daten heraus, nennen Sie niemand irgend ein geheimes Kennwort!“ Wichtig ist auch, E-Mails unbekannter Absender zu löschen, ohne den Anhang zu öffnen. „Darin sind oft schädliche Viren verpackt. Manche erlauben Verbrechern den Zugang auf Ihre Computerdaten. So kann beispielsweise ein Kennwort ausspioniert werden.“

Polizei-Trojaner

Unter anderem wird von Betrügern ein „Polizei-Trojaner“ verschickt. Wird die Datei geöffnet, ist der PC blockiert. Auf dem Bildschirm erscheint eine Darstellung, die angeblich von der Polizei kommt. Wegen verbotener Internet-Aktivitäten sei der PC gesperrt, wird da behauptet. Nur wenn gleich eine bestimmte Summe überwiesen werde, wird der Computer wieder freigeschaltet. „Die Polizei verschickt keine solchen Meldungen!“ stellt Harald Longhi klar.

Und er rät auch Senioren, ihren Computer möglichst gut zu schützen. Passwörter sollen nicht einfach zu entschlüsseln sein, der Virenschutz gehört regelmäßig aktualisiert. „Das kostet etwas Geld, das kostet aber sicher weniger als der Befall mit schädlichen Computer-Viren.“

Auto im Sonderangebot

Staunend stellte ein Oberländer kürzlich fest, dass sein Auto auf einer Internetplattform zum Verkauf angeboten wurde. Er selbst dachte nicht daran, den Wagen abzugeben, besonders nicht so preiswert. Nach der Meldung bei der Polizei wurde der Fall verfolgt. Ein Betrüger wollte Interessenten dazu bringen, Geld zu überweisen.

Die alte Waschmaschine

Skeptisch sollte auch sein, wer auf ein gebrauchtes Gerät, das er im Internet anbietet, ein erstaunlich gutes Angebot aus England erhält. Harald Longhi: „Kein Engländer kauft in Österreich eine gebrauchte Waschmaschine um 200 Euro.“ Die Bezahlung soll per Scheck erfolgen. Dann kommt der Scheck über 2.000 Euro und gleich ein Mail: Es handle sich um einen Irrtum. Der Verkäufer solle doch bitte den Scheck einlösen und die restlichen 1.800 Euro an den Käufer zurück überweisen. Ist das erledigt, stellt sich heraus: Der Scheck ist nicht gedeckt oder gefälscht. Das Opfer hat seine alte Waschmaschine noch und 1.800 Euro weniger auf dem Konto.

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