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Millionen zu Obamas Amtsantritt erwartet

Bis zu drei Millionen Besucher hält der Bürgermeister von Washington D.C. laut einem Bericht der "New York Times" (Sonntag-Ausgabe) rund um den Amtsantritt Barack Obamas am 20. Jänner für möglich.

Aber auch zurückhaltendere Schätzungen besagen: Wenn der erste afroamerikanische Präsident in der Geschichte der USA den Amtseid ablegt, könnte er mehr Besucher als Lyndon B. Johnson im Jahr 1965 anziehen. Damals kamen 1,2 Millionen in die Bundeshauptstadt. Unternehmer freuen sich, die Stadtverwaltung rechnet mit überbordenden Kosten.

“Es gibt so viele Menschen im ganzen Land, gerade Ältere, die sagen, das ist das eine Ereignis, von dem sie dachten, das sie es nie erleben würden”, schildert aus dem Washingtoner Rathaus Eleanor Holmes Norton. “Und jetzt sagen sie, sie würden es um nichts in der Welt versäumen.” Zur zweiten Angelobung von Präsident George W. Bush vor vier Jahren waren gerade einmal 300.000 angereist.

Die Hotels im Großraum Washington rechnen ebenfalls mit große Besuchermengen. Für die Feiertage am 19. (Martin Luther King’s Day) und 20. Jänner verlangen sie das Zwei- bis Dreifache für ihre Zimmer und sind dabei gut gebucht. Auch Privatleute vermieten per Internet-Annoncen Zimmer, Stell- und Zeltplätze, eine Reihe von Zügen nach Washington sind schon jetzt ausgebucht. Die U-Bahn-Betriebe drucken eigene Erinnerungstickets mit dem Bild des 44. US-Präsidenten, die zehn Dollar kosten sollen.

Die Stadt indes macht sich Sorgen, dass die anfallenden Kosten ihr Budget sprengen könnten. 15 Millionen Dollar (11,79 Mio. Euro) – soviel erhielt Washington für alle besonderen Anlässe in der Bundeshauptstadt im gesamten Jahr 2008 aus dem Bundeshaushalt. 17,3 Millionen kostete im Vergleich dazu Bushs zweite Amtsantrittsfeier. Zwar sind die großen Brocken der Eröffnungsfeierlichkeiten aus privaten Spenden und Bundesgeldern gedeckt, aber die Stadt muss beispielsweise den Verkehr regeln, Erste-Hilfe-Mannschaften und Polizisten für die VIP-Eskorten bereitstellen – und das Aufräumen nach der großen Party übernehmen.

Allein ein Schneesturm – bzw. die Räumung der Route, die der angelobte Präsident und sein Vize am 20. Jänner durch die Stadt nehmen – könne mit bis zu einer Million US-Dollar (785.731 Euro) zusätzlich zu Buche schlagen, schätzt aus der Stadtverwaltung Dan Tangherlini. So mussten 1961 zu John F. Kennedys Amtsantritt 700 Soldaten mit Schneeschaufel und Flammenwerfer ausrücken. Washington hat, wie Norton der “NYT” sagte, bereits um weitere 15 Millionen Dollar aus dem Bundeshaushalt angesucht.

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