Millionen-Deal platzte und die Trainersuche in Dornbirn

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In der 58. Ausgabe von "Tschutta 3.0" dreht sich alles um das Scheitern eines Millionen-Deal beim FC Dornbirn und die Trainersuche der Rothosen. Der SC Mühlebach erlebt sportliche Glanzzeiten.  

In der 58. Ausgabe von "Tschutta 3.0" dreht sich alles um den geplatzten Millionen-Deal eines Großinvestor für den FC Dornbirn und die Trainersuche der Rothosen. Weitere Themen sind die Spiele von den drei Profiklubs Altach, Austria Lustenau und FC Dornbirn sowie den Höhenflug von SC Mühlebach plus die Trennung von zwei Trainern.  

Die Vorschau und Rückblick mit den Highlights vom Profi- und Amateurfußball für das Fußball-Wochenende von Ländlekicker-Reporter Thomas Knobel.

"Tschutta 3.0" – so heißt das neue Videoformat auf VOL.AT in dem sich alles um das runde Leder dreht. Ländlekicker-Reporter Thomas Knobel wird ab sofort wöchentlich seine Fußball-Highlights für das Wochenende präsentieren und blickt auch zurück. Zudem gibt’s Hintergründe, Analysen und die heißesten News und Gerüchte aus der Vorarlberger-Fußball-Szene.

Millionen-Deal für den FC Dornbirn platzte knapp

Ein Groß-Investor aus Singapur und einem Investor von New York City aus Amerika zeigte großes Interesse 25 Prozent vom Klub zu erwerben – die Bundesliga-Untauglichkeit von der Birkenwiese war Knackpunkt

„Es ist sehr schade, dass der Deal mit einer der beiden Investoren aus Singapur oder aus Amerika trotz anfänglichen sehr guten Gesprächen nicht zustande gekommen ist. Am Ende scheiterte der Einstieg eines Großsponsor an der Bundesliga-Untauglichkeit vom Stadion Birkenwiese. Für die Investoren wäre die 2. Liga nur eine Zwischenstation gewesen. Sie hätten mehrere Millionen investiert und schon im Winter wären bis zu zehn neue Spieler zum FC Dornbirn gewechselt“, ist FC Dornbirn Frauen Geschäftsführer Werner Brunold enttäuscht (58). In den letzten Tagen und Wochen hat der langjährige Freund Hans van de Haar (46) den hoffnungsvollen Deal mit einem Investor aus Singapur und einem großen Investor von New York City aus Amerika eingefädelt und stand kurz vor dem Abschluss.

Im Rahmen einer Videokonferenz wurde mit den beiden Investoren erster Kontakt aufgenommen. In den letzten entscheidenden Gesprächen platzte aber der Millionen-Deal. Der Investor aus Singapur oder auch der Investor aus Amerika hätte 25 Prozent Anteile vom FC Dornbirn gekauft und hätte aber zugleich bei Spielerverkäufen zwanzig Prozent der Gesamtsumme den Rothosen wieder zurückgegeben. Die Investoren haben sogar schon einen Einblick ins Budget und das Konzept von FC Dornbirn genommen und waren positiv überrascht wie ausgezeichnet der Traditionsverein aus der Messestadt in den letzten Saisonen finanziell gut gearbeitet hat.

Denn Sportlich droht dem FC Dornbirn zur Halbzeit in der 2. Liga Saison 2021/2022 der Absturz in die VN.at Eliteliga. Nach einem siebenten und zwölften Schlussrang könnte FC Dornbirn im dritten Jahr der 2. Liga dieser zweithöchsten Klasse Österreichs bald nicht mehr angehören. 

TUCHFÜHLUNG MEISTER PLAY OFF

In den letzten fünf Meisterschaftsspielen im Herbst muss der SCR Altach noch dreimal auswärts ran. Am Samstag um 17 Uhr in der Allianz-Arena von Hütteldorf hoffen die Rheindörfler mit einem Punktgewinn auf Tuchfühlung zu den Meister Play-off Plätzen zu bleiben. Gegen Rapid Wien mit Interimscoach Steffen Hoffmann will Altach Zählbares mitnehmen.

WINTERKÖNIG

Gegen Young Violets Austria Wien (Freitag 20.25 Uhr) und Grazer AK bestreitet der Zweitliga-Spitzenreiter Austria Lustenau noch zwei Auswärtsspiele in diesem Jahr. Rein rechnerisch fehlt den Mannen von Erfolgscoach Markus Mader und Martin Schneider noch ein Zähler auf den bedeutungslosen Titel eines Winterkönig. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Zweiten Liefering. Austria Lustenau ist die beste Auswärtsmannschaft der 2. Liga.

INTERIMSLÖSUNG

Nur 14 Meisterschaftsspiele dauerte die zweite Ära von Eric Orie als Trainer von FC Dornbirn. Nach der 1:4-Niederlage in Steyr wurde der Niederländer beurlaubt. Gegen Wacker Innsbruck (Samstag 14.30 Uhr) und BW Linz übernimmt Klaus Stocker die interimistische Trainertätigkeit. Dornbirn will gegen die Tiroler endlich gewinnen und die Rote Laterne abgeben.

HÖHENFLUG

SC Mühlebach sorgt für sportlichen Höhenflug im Amateurfußball

Seit dem Einstieg am VFV Meisterschaftsbetrieb hat der Dornbirner Klub nur zwei Partien verloren und ist in der 4. Landesklasse Winterkönig.

Als einzige erste Kampfmannschaft im Vorarlberger Amateurfußball blieb der Dornbirner Fußballverein Sportclub Mühlebach in der abgelaufenen Herbstmeisterschaft unbesiegt. Das Team unter Spielertrainer Werner Thurnher holt sich mit dreizehn Erfolgen und zwei Unentschieden und dem imposanten Torverhältnis von 62:18 die Halbzeitkrone in der 4. Landesklasse. Dieser Triumph ist der mit Abstand größte Erfolg in der langen Vereinsgeschichte. Der Dornbirner Fußballklub SC Mühlebach wurde 1962 gegründet.

Nicht nur in der Heimstätte Sportplatz Staufenblick mit sechs Siegen und einem Remis auch auf fremden Platz gewann man sieben Mal und einmal teilte man sich die Punkte brüderlich. Als sechster Klub in der Messestadt Dornbirn nimmt der SC Mühlebach seit drei Saisonen am Meisterschaftsbetrieb des Vorarlberger Fußballverbandes teil. 34 (!) Siege, fünf Unentschieden und nur  ganze zwei Niederlagen stehen nach den absolvierten Meisterschaftsspielen zu Buche. Saisonübergreifend ist SC Mühlebach schon 21 (!) Meisterschaftsspiele in Serie ohne Niederlage.Letztmals verlor Mühlebach am 12. September 2020 bei den Austria Lustenau Juniors (2:4). Nicht alltäglich im großen Aufgebot von Mühlebach ist die Konstellation, dass gleich vier Brüder in der ersten Kampfmannschaft des Dornbirner Fußballverein spielen. Spielertrainer Werner Thurnher und Thomas, Philipp und Christian Amann, Bastian und Tobias Nenning sowie Stefan und Thomas Ölz gehen für denselben Klub auf Torjagd.

Als Aufsteiger liegt SC Mühlebach in der 4. Landesklasse vorne. FC Dornbirn, Dornbirner SV, Admira Dornbirn, SC Hatlerdorf und FC Bremenmahd und jetzt noch SC Mühlebach ein Sextett aus Dornbirn ist auf Landesebene mit dabei und Mühlebach hat Ligakonkurrent Bremenmahd in der Wertung der Dornbirner Klubs schon längst überholt. In der Nähe von der Anlage Sportplatz Im Steinen, wo Hatlerdorf seine Heimstätte besitzt, liegt auch der Sportplatz Staufenblick von Mühlebach. Zu den Heimspielen pilgern im Schnitt bis zu 300 (!) Anhänger und unterstützen Mühlebach. „Bis zur 2. Landesklasse wollen wir in den nächsten Jahren kommen und das ist auch ein durchaus realistisches Ziel. So ein sportlicher Höhenflug war aber nach dem Einstieg in den VFV-Betrieb nie und nimmer eingeplant. Durch mehr Trainingseinheiten und eine bessere Taktik wurde alles bisher weit übertroffen. Wir haben eine Konstanz reingebracht und der Teamgeist plus die individuelle Qualität ist vorhanden“, ist SC Mühlebach Spielertrainer Werner Thurnher voll des Lobes über die Weiterentwicklung seiner Mannschaft und auch im familiären Klub. Werner Thurnher sieht die Entscheidung zum sportlichen Wechsel an der VFV Meisterschaft teilzunehmen für absolut richtig und der Zeitpunkt war goldrichtig.

Die jahrzehntelange Teilnahme an der Dornbirner Hobbymeisterschaft und Dornbirner Cup war sportlich nicht mehr reizvoll. Zum Schluss waren nur noch vier Klubs übrig. Die Dornbirner Hobbymeisterschaft drohte zu zerbröckeln. Und die Zuschauer kamen nicht mehr so zahlreich wie jetzt. Unter dem Strich bleiben aber unzählige Titel im Rahmen der Dornbirner Hobbymeisterschaft. Mit Forach und der Bürglegasse hat Mühlebach fast immer um den Titel gespielt und stand oft ganz oben. Das kleine Vereinsbudget finanziert sich der SC Mühlebach auch größtenteils von den Einnahmen des mehrtägigen Fest an Pfingsten. Ein Hauptspielfeld plus ein Trainingsplatz steht Mühlebach zur Verfügung. 23 (!) Feldspieler plus zwei Tormänner umfasst der große Kader in dieser Saison von SC Mühlebach und aufgrund von vielen Verletzungen waren schon alle Akteure im Einsatz. Auch im Nachwuchs setzt Mühlebach Akzente. Erstmals nimmt man mit einer U-11-Mannschaft in dieser Saison an der Meisterschaft teil. 25 Schüler und Jugendliche finden schon eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Die jungen Kicker müssen keinen Mitgliedsbeitrag berappen. Für Obmann und Nachwuchsleiter Wolfgang Matt ist das Ziel mindestens drei Nachwuchsmannschaften in den nächsten Jahren auf die Beine zu stellen. Die Anfangsphase im Nachwuchs ist gut angelaufen, immer mehr neue Jugendliche kommen dazu.

VERLORENER SOHN

Die Abstiegsangst beflügelt Intemann FC Lauterach. Nach derzeitigem Stand müsste der Tabellenachte in der VN.at Eliteliga zum Saisonende den bitteren Weg in die Vorarlbergliga antreten. Allerdings rührt der Hofsteigklub kräftig an der Einkaufstrommel. Nach dem ehemaligen FC Dornbirn Stürmer Maurice Mathis (22) verpflichtet Lauterach nun mit Elvis Alibabic (28) einen weiteren Topstürmer für das Frühjahr. Der verlorene Sohn kehrt somit nach nur dreizehn Meisterschaftsspielen, fünf Toren und 1044 gespielten Minuten für Ligakonkurrent Zima FC Rotenberg zurück in die neue Sportanlage Ried. Alibabic spielte schon von 2015 bis 2019 in Lauterach und war mit seinen Treffern maßgeblich am sportlichen Höhenflug beteiligt. „Ich komme wieder dorthin wo ich hingehöre. Lauterach weiß was ich kann. Ich hoffe zu meiner alten Stärke wieder zurück zu finden. Ich habe mit meiner Rückkehr in Lauterach noch vieles vor. Persönliche und eine berufliche Veränderung habe mich zusätzlich zu einem Wechsel bewogen. Ich will mit Lauterach wieder zu einem Topteam in der Eliteliga werden“, sprach Elvis Alibabic Klartext. Die letzten Spiele im Herbstdurchgang fehlte der Topstürmer bei Rotenberg wegen einem Schlüsselbeinbruch und will im Frühjahr wieder voll angreifen. Vorrangig hat zuerst der Ligaverbleib in der Eliteliga.

TRAINERKARUSSELL

Derzeit liegt der Tabellenfünfzehnte Intersport FC Schruns in der Vorarlbergliga auf einem Abstiegsplatz. Fünf Zähler fehlen aktuell den Montafonern auf einen Verbleib in der Viertklassigkeit. Aus persönlichen Gründen hat Trainer Zeljko Milosevic (56) seinen Rücktritt bekanntgegeben. Nach zwei Jahren zieht der 56-Jährige nun einen Schlussstrich. Schruns braucht in der Entscheidung im Kampf um den Abstieg einen neuen Coach.

Nach eineinhalb Jahren scheiden sich die Wege von Trainer Ludwig Reiner sowie seinem Cotrainer Steven Nenning und des Wälderklubs. Die Trennung erfolgte Anfang dieser Woche im beidseitigen Einvernehmen.

Das Duo leistete während ihrer Zeit in Andelsbuch eine sehr gute Arbeit unter begrenzten Bedingungen. Schlussendlich haben eben diese Rahmenbedingungen zur Entscheidung geführt. Für das Frühjahr braucht der Vorarlbergliga Siebente Andelsbuch ein neues Trainergespann.

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