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Millionäre werben für Reichensteuer

Nicht alle Superreiche wehren sich gegen höhere Solidaritätsabgaben.
Nicht alle Superreiche wehren sich gegen höhere Solidaritätsabgaben. ©Bilderbox
In Deutschland setzt sich eine Gruppe Wohlhabender für höhere Vermögensabgaben ein. Doch auch in anderen Ländern wünschen sich einige Reiche, mehr zahlen zu dürfen.
Armutsbericht: Manifeste Armut steigt

Auf einer eigenen Homepage wirbt die Gruppe für ihr Anliegen. Ab einem Vermögen von 500.000 Euro sollen Abgaben im Umfang von zehn Prozent anfallen, für Unternehmen kann man sich ein Schonvermögen von drei Millionen vorstellen. Was nach der Idee einer linken Bewegung aus der Mittelschicht klingt, stammt von einer Gruppe aus den oberen zehn Prozent.

Abgaben für soziale Gerechtigkeit

Der Deutschlandfunk sprach mit einem der Initiatoren des Appells. Dieter Lehmkuhl erbte den Großteil seines Vermögens und kämpft schon seit Jahren für die Vermögensabgabe. Die Homepage ist schon seit 2009 online, bisher konnten sich aber nur knapp über 60 Vermögende für den Vorschlag begeistern. Er sieht darin nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern das Abwenden einer Systemkrise.

“Wir wissen, dass durch die Konzentration von Reichtum das Geld zum großen Teil in die Spekulation gegangen ist und nicht in die Wirtschaft und mit zur Krise beigetragen hat. Und außerdem wissen wir, gleichere Gesellschaften sind auch ökonomisch stabiler und effizienter. Wenn staatliche Ausgaben auch in Bildung gehen, wird das Potenzial einer Gesellschaft besser entwickelt. Viele soziale Probleme hängen mit großer Ungleichheit zusammen”, so der Millionär.

Warren Buffet zahlt nur 17 Prozent

Auch Warren Buffet sprach sich in der New York Times vom August 2011 für höhere Steuern aus. Er selbst zahle zwar sieben Millionen Dollar an Steuern, aber das wären nur knapp 17 Prozent seines Einkommens. Damit läge er weit unter allen anderen in seinem Büro, die durchschnittlich mit 36 Prozent doppelt so hohe Abgabenquoten zu erfüllen hätten. Er setzte sich für Reichensteuern zur Sanierung des US-Haushaltes ein, weniger für den sozialen Frieden.

STRABAG-Gründer ebenfalls für Steuern

Auch in Österreich gibt es zumindest einen Reichen, der ähnliche Ideen mit sich herumträgt. Gegenüber Ö1 sprach sich im Mai 2011 STRABAG-Gründer Hans-Peter Haselsteiner für Reichensteuern aus. Ein gerechteres Steuersystem wäre aus seiner Sicht der “notwendige Kitt” für den Zusammenhalt in einer Gesellschaft. “Die soziale Spreizung wächst, das ist nicht wünschenswert”, so Haselsteiner. Laut dem diesjährigen Armutsbericht sind in Österreich derzeit eine halbe Million Menschen von manifester Armut betroffen. (VOL.AT)

Dieter Lehmkuhl gegenüber der TAZ

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