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Milchstreik: Lieferwägen sollen ab morgen wieder fahren

Der Lieferboykott der heimischen Bauern ist zu Ende. "Ich bin überzeugt, dass ab morgen die Lieferwägen wieder fahren", zeigte sich IG Milch-Obmann-Stellvertreter Ernst Halbmayr vor Journalisten optimistisch.

Auch europaweit soll der Milchlieferstopp ab heute ausgesetzt werden, kündigte Obmann Ewald Grünzweil an. Preiszusagen oder Zugeständnisse in anderer Form gab es aber vorerst keine.

“Wir sind von mehreren Seiten ersucht worden, den Druck herauszunehmen”, sagte der IG Milch-Obmann. Wer das Ende des Boykotts konkret gefordert hat, wurde nicht gesagt. Aber auch Bauern hätten ein Ende des Streiks verlangt, hieß es. Mit dem Streik sollte nie die Arbeit der Molkereien blockiert werden, betonte Halbmayr. Der nächste Schritt wäre allerdings “eine Behinderung der Arbeit der Molkereien” gewesen, wurde erklärt.

“Wir haben gesehen, dass wir den ersten Schritt machen müssen”, sagte Grünzweil. Ob es momentan konkrete Gesprächszusagen gibt, wurde nicht verraten. “Wir sind mit allen in Kontakt”, erklärte Halbmayr. Es sei der Zeitpunkt gekommen, den Druck zurückzunehmen und aufeinander zuzugehen, “um in konstruktive Verhandlungen einzusteigen und den Forderungskatalog so weit als möglich durchzusetzen”, so die IG Milch in einer Aussendung.

Der Streik sei nie gegen die Konsumenten gerichtet gewesen, sagte Halbmayr. Es sollten lediglich die Folgen des Preisdumpings aufgezeigt werden, erklärte er. Alle Beteiligten hätten gesehen, dass “massiver Handlungsbedarf gegeben ist”, sagte der IG Milch-Obmann. “Es war immer klar, dass am Ende nicht der absolute Sieg herausschaut”, betonte Halbmayr. Es sei aber gelungen, aufzuzeigen, “dass es nicht so weitergeht”.

In einem nächsten Schritt sollten die Molkereien die Preise erhöhen, forderte Halbmayr. Der Lebensmitteleinzelhandel würde die Preise danach auch erhöhen, zeigt er sich überzeugt.

Mit “Erleichterung” hat Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch die Nachricht vom Ende des Milchlieferboykotts der IG Milch aufgenommen. “Die Vernunft hat endlich gesiegt”, freute sich Grillitsch. “Den Zorn der Milchbauern habe ich gut verstanden. Aber der Aktionismus war falsch und ist weder bei unseren Partnern im Handel noch bei den Konsumenten gut angekommen”, so der Präsident in einer Aussendung. Jetzt gehe es darum, das Vertrauen der Konsumenten in die heimische Qualität von Milch und Milchprodukten wieder zu stärken. Vom Handel erwarte Grillitsch, dass die getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden, also die Preise für Milch und Milchprodukte nicht abgesenkt werden.

Auch das Bundesgremium des Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer begrüßte das Ende des Milchlieferstreiks. Obmann Alois Wichtl sprach von einem “Sieg der Vernunft”. Der Handel sehe sich den Wünschen der Konsumenten verpflichtet: “Wer Milch haben möchte, soll die Möglichkeit haben, sie auch zu bekommen”, so Wichtl in einer ersten Reaktion.

Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowsi gibt um 17 Uhr eine Pressekonferenz zum Ende des Milchstreiks. Die APA wird berichten.

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