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Milchkanonen gegen Polizei in Brüssel

Mit "Milchkanonen" gehen Bauern auf die Polizei los.
Mit "Milchkanonen" gehen Bauern auf die Polizei los. ©EPA
Milchbauern aus ganz Europa protestieren gegen den niedrigen Milchpreis. Teilweise werden sie dabei richtig rabiat. Mit Feuerwerkskörpern und "Milchkanonen" gehen die Bauern gegen die Polizei vor dem Kommissionsgebäude vor.
Ausschreitungen bei Bauernprotest
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Milchbauern aus mehreren Ländern Europas, darunter rund 60 aus Österreich, haben am Dienstag ihren Protest gegen die aus ihrer Sicht zu niedrigen Milchpreise fortgesetzt. Rund 2.000 Teilnehmer mit etwa 800 Traktoren versammelten sich im Brüsseler Europaviertel, wie eine Sprecherin des “European Milk Board” (EMB) sagte. Die Zufahrt zur EU-Kommission war seit der Früh mit Traktoren blockiert, das Gebäude selbst wurde von Polizisten geschützt.

Die Demonstranten zündeten Kerzen an, um der 157.000 Betriebe in 17 europäischen Ländern zu gedenken, die nach EMB-Angaben seit 2009 wegen knapper Kassen schließen mussten. Einige Demonstranten waren über Tage angereist. Schon am Montag war es bei Protesten vor dem Europäischen Parlament zu tumultartigen Szenen gekommen.

Preis bei 30 Cent pro Liter

Laut Milchverband EMB liegt der durchschnittliche Literpreis für Milch in Europa bei etwa 30 Cent. Damit Milchbauern ihre Kosten decken können, seien jedoch mindestens 40 Cent nötig.

Die österreichischen Bauern erhielten zuletzt – also im Oktober – laut AMA im Schnitt knapp 35 Cent (inklusive Umsatzsteuer) pro Kilogramm gelieferter Milch.

Treffen mit EU-Kommissar

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos wollte sich gegen Mittag mit den Bauern treffen. Sein Sprecher drückte Verständnis für die Sorgen der Demonstranten aus: “Es ist […] wahr, dass Kostenfaktoren, besonders Tierfutter, aber auch Energie, besonders hoch sind und einen negativen Einfluss auf die Profitabilität haben.” Die Milchpreise seien aber höher als bei der letzten Krise 2009 und gerade in den vergangenen Monaten angestiegen.

Die europäischen Landwirtschaftsminister wollen bei ihrem Treffen am Mittwoch und Donnerstag über die Lage auf dem Milchmarkt beraten. (APA)

Bilder von den Protesten

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