Mike Chukwuma über Rassismus im Alltag nach dem Tod von George Floyd

Ist Alltagsrassismus schon zur Normalität geworden und wie geht man mit Rassismus um? Über diese Fragen spricht der gebürtige Nigerianer MMag. Dr. Mike Chukwuma im VOL.AT-Interview.

In den USA gehen Tausende Menschen derzeit auf die Straße und demonstrieren. Auslöser für die Proteste ist der Mord des Afroamerikaners George Floyd im Rahmen eines brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Rassismus - vor allem gegen Afroamerikaner - kommen in den USA nach wie vor täglich und in praktisch jedem Teil des Landes vor.

Afrikanische Tracht trifft Vorarlberger Tracht.

Rassismus am eigenen Leib erfahren

Rassismus gibt es überall auf der Welt - in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen und auch gewalttätigen. Auch Dr. Mike Chukwuma, der seit einigen Jahrzehnten in Vorarlberg lebt, kennt die unterschiedlichen Ausprägungen und musste sie zum Teil am eigenen Leib erleben.

"Schockierend, was Menschen anderen Menschen antun"

Chukuwma lebt seit 40 Jahren in Österreich, hat hier studiert, seinen Doktor-Titel gemacht und ist im Ländle sesshaft geworden. Auf die Vorkommnisse in den USA angesprochen, sagt er: "Es ist schockierend, was Menschen anderen Menschen antun können." Er selbst habe sehr viele schöne Momente und Begegnungen in Österreich erleben dürfen. Ihm persönlich sind vor allem auch die Freundschaften zu seinen Nachbarn und das herzliche Miteinander sehr wichtig.

Rassistische Briefe erhalten

Dennoch gibt es laut Chukwuma auch in Österreich einen Alltagsrassismus, obwohl man darüber nicht wirkliche spreche, auch in Vorarlberg nicht, so der Theologe. Persönliche Angriffe gegen ihn habe es auch schon gegeben. Er berichtet von rassistischen Briefen und Sprüchen, die er bis heute aufbewahrt habe.

Über Rassismus sprechen

Aber was kann man tun, wenn man Rassismus begegnet? Für Chukwuma steht fest, dass man darüber reden und mit den Menschen in einen Dialog treten muss. Auch in der Familie und mit seinen Kindern sollte man über dieses Thema reden,. "Kinder lernen sehr viel von den Eltern. Wenn der Papa rassistische Sprüche bringt, besteht das große Risiko, dass die Kinder diese Denkweise übernehmen", meint Chukwuma.

Kundgebung in Bregenz

Am Samstag, dem 6. Juni, findet von 17 bis 19 Uhr am Kornmarktplatz in Bregenz eine Solidaritätskundgebung #blacklivesmatter statt.

(VOLAT)

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