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Mietkosten in zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen

Wohnkosten sind kräftig gestiegen
Wohnkosten sind kräftig gestiegen ©Bildebox
Wohnen wird teurer. 2015 sind die Durchschnittsmieten in Österreich erstmals auf über sieben Euro pro Quadratmeter gestiegen, geht aus einer am Mittwoch aktualisierten Aufstellung der Statistik Austria hervor.
Ortsübliche Mietpreise

Zwischen den einzelnen Bundesländern schwanken die Mietkosten enorm. Wer einen langen Mietvertrag hat, fährt in der Regel günstiger. Hauseigentümer geben am wenigsten fürs Wohnen aus.

Bereits 474,6 Euro im Monat zahlten die Österreicher 2015 durchschnittlich für ihre Hauptmietwohnung inklusive Betriebskosten. Im Jahr 2004 waren es erst 351 Euro gewesen, erhoben die Statistiker. Damit ist der Quadratmeterpreis voriges Jahr auf 7,14 Euro gestiegen, nach 5,29 Euro im Jahr 2004 und 6,93 im Jahr 2014.

8,11 Euro/m² in Vorarlberg

Am billigsten war das Mieten im Burgenland (5,36 Euro) und in Kärnten (5,71 Euro). Am meisten zahlten die Salzburger (8,66 Euro) und Vorarlberger (8,11 Euro). In Wien waren es 7,45 Euro.

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Deutliche Unterschiede gab es auch, was die Dauer der Mietverhältnisse betrifft. Bei Neuverträgen (bisherige Mietdauer weniger als zwei Jahre) wurden im Jahr 2015 monatlich 8,7 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Haushalte mit mehr als 30-jähriger Vertragsdauer gaben dagegen nur 4,9 Euro für Miete und Betriebskosten aus. Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen sind hier eingerechnet.

Eigentum senkt Wohnkosten

Wer sein Haus oder seine Wohnung besitzt, gibt im Schnitt weniger fürs Wohnen aus. Bei in Eigentum bewohnten Häusern betrugen die Wohnkosten pro Quadratmeter zuletzt 3,2 Euro, bei Eigentumswohnungen waren es 5,2 Euro und bei privaten Mietwohnungen 9,8 Euro. Die Wohnkosten beinhalten u. a. die Ausgaben für Strom und Gas sowie den Zinsanteil der Kreditrückzahlung.

Investitionen für leistbares Wohnen

“Wir investieren nach Kräften, um in Vorarlberg leistbares Wohnen zu ermöglichen”, reagiert Wohnbaureferent Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser auf die Vorstellung jüngster Statistik-Austria-Daten. Er verweist auf das von der Landesregierung gesteckte Ziel, innerhalb von fünf Jahren den Bau von 2.500 integrativen Wohnungen der gemeinnützigen Bauträger zu fördern. Im Jahr 2016 wird ein Sonder-Wohnbauprogramm mit zusätzlichen 150 Wohnungen finanziert. “In den ersten beiden Jahren haben wir unsere Vorgabe – mindestens 500 Wohnungen jährlich – klar erfüllt”, so Rüdisser.  Vorarlberg gewährt zusätzlich Wohnbeihilfe von durchschnittlich 216 Euro pro Haushalt und Monat. Der Österreich-Schnitt beträgt 144 Euro.

Eigentümervereinigung kritisiert Kommunen

“Die massiven Erhöhungen bei den Mietkosten werden durch Land und Gemeinden verursacht”, krititisiert die Vorarlberger Eigentümervereinigung die öffentliche Hand.  Teile der Betriebskosten seien von den Gemeinden in den letzten zehn Jahren um bis zu 40 Prozent erhöht worden.

Steuern, Abgaben und Gebühren steigen in Österreich seit zehn Jahren viel rascher als zum Beispiel in Deutschland, weist die Eigentümervereinigung hin. So sind die Kosten der Wasserversorgung in den vergangenen zehn Jahren in Österreich um 39,4 Prozent angestiegen. Die Müllabfuhr hat sich in Österreich seit 2005 um 36,9 Prozent verteuert. Die Abwassergebühren sind 35,9 Prozent gestiegen.

Laut Karl Aiginger, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts sind diese Gebührensteigerungen zum Teil sogar so gravierend, dass sie wesentlich zu einer Inflationssteigerung beitragen.

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