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Michael Bloomberg: Mit Milliarden gegen Trump

Früherer New Yorker Bürgermeister Bloomberg mischt Präsidentschaftsrennen auf
Früherer New Yorker Bürgermeister Bloomberg mischt Präsidentschaftsrennen auf ©APA
Beim Reichtum stellt Michael Bloomberg den US-Präsidenten schon einmal mühelos in den Schatten.
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Auf mehr als 50 Milliarden Dollar (45,22 Mrd. Euro) schätzt das Magazin "Forbes" das Vermögen des Medienmoguls und früheren New Yorker Bürgermeisters. Dagegen wirken die rund drei Milliarden Dollar, auf die Donald Trump taxiert wird, vergleichsweise überschaubar.

Jetzt will Bloomberg Trump auch politisch übertrumpfen: Der 77-Jährige ist am Wochenende in das Rennen der US-Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur eingestiegen. Die Ankündigung seiner Bewerbung machte er zu einer Kampfansage gegen den republikanischen Amtsinhaber: "Wir können uns weitere vier Jahre mit rücksichtslosen und unmoralischen Handlungen von Präsident Trump nicht erlauben. Er bedeutet eine existenzielle Bedrohung für unser Land und unsere Werte."

Die Kandidatur des Gründers und Chefs der nach ihm benannten Finanznachrichtenagentur hatte sich in den vergangenen Wochen angedeutet. Bloomberg ließ sich für mehrere Vorwahlen registrieren, zuletzt schaltete der Multimilliardär Anzeigen für mehr als 30 Millionen Dollar.

Bloomberg will Trump aus dem Amt kegeln

Hatte Bloomberg im Frühjahr noch eine Kandidatur abgelehnt, wuchs bei ihm die Skepsis über das Bewerberfeld der US-Demokraten: Der in Umfragen vorne liegende Ex-Vizepräsident Joe Biden zeigt immer wieder Schwächen. Und Bidens aussichtsreichste Verfolger Elizabeth Warren und Bernie Sanders sind Bloomberg viel zu links - als "Extremisten" sieht er sie deswegen an.

Bloomberg will eine zweite Amtszeit Trumps unbedingt verhindern. Und nicht wenige halten den Politiker der Mitte, der in der Vergangenheit zwischen Republikanern und Demokraten wechselte, für den Mann, der Trump aus dem Weißen Haus kegeln kann. Der Unternehmer kann auf sein Image als erfolgreicher Selfmademan setzen. Als Politiker ist er in wirtschaftlichen Fragen eher konservativ, in gesellschaftlichen Fragen liberal.

Großzügiger Spender

Als Bürgermeister richtete er ab 2002 das von den Terroranschlägen vom 11. September 2001 getroffene New York wirtschaftlich wieder auf. Er setzt sich für den Klimaschutz und ein schärferes Waffenrecht ein.

Der geschiedene Vater von zwei Töchtern ist zudem als großzügiger Spender bekannt. Im vergangenen Jahr spendete er seiner früheren Universität 1,8 Milliarden Dollar. Er hat sich der Initiative The Giving Pledge angeschlossen, bei der Superreiche versprechen, mindestens die Hälfte ihres Vermögens für gute Zwecke abzugeben.

Reichtumg bietet Angriffsflächen

Sein Reichtum bietet aber auch Angriffsflächen - gerade in der zuletzt nach links gerückten demokratischen Partei. Warren und Sanders, die immer wieder die Auswüchse der Wall Street attackieren, dürften ihn als abgehobenen Milliardär darstellen. Sie haben ihm schon vorgeworfen, sich die Präsidentschaft erkaufen zu wollen.

Erst kürzlich entschuldigte Bloomberg sich zudem, weil er als New Yorker Bürgermeister umstrittene Polizeikontrollen unterstützte, die vor allem auf schwarze und hispanische Bewohner abzielten. Schwarze und Hispanics werden bei der Wahl 2020 eine wichtige Rolle spielen.

Bloomberg ist zudem sehr spät in das Präsidentschaftsrennen eingestiegen. In weniger als drei Monaten findet die erste Vorwahl der Demokraten statt, zehn Anwärter haben bereits das Handtuch geschmissen. Mit jetzt 18 Politikern ist das Bewerberfeld immer noch dicht gedrängt.

Personifizierung des amerikanischen Traums

Doch Selbstzweifel scheint Bloomberg nicht zu kennen. Tatsächlich erscheint er wie die Personifizierung des amerikanischen Traums. Er wurde 1942 in eine jüdische Mittelklasse-Familie geboren, sein Vater war Buchhalter. Nach seinem Studium an der Johns-Hopkins-Universität und einem Harvard-Abschluss heuerte er 1966 bei der Investmentbank Salomon Brothers an. Die verließ er 15 Jahre später mit einer Abfertigung von zehn Millionen Dollar.

In der Folge gründete Bloomberg seine Agentur für Finanznachrichten, mit der er die Börsenwelt revolutionierte: Händler bekamen viel schneller Zugang zu Informationen über Unternehmen und Märkte. Bis heute ist Bloomberg Marktführer in dem Sektor.

Gerne lässt der Milliardär fallen, dass er wirtschaftlich viel erfolgreicher war als Trump. Jetzt will Bloomberg es auch politisch mit dem Präsidenten aufnehmen.

(APA)

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