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Mühsam ernährt sich das orange Eichhörnchen

Bregenz - Das BZÖ Vorarlberg tritt bei den Gemeindewahlen am 14. März 2010 in drei der 96 Kommunen an. Nach der Schlappe bei der Landtagswahl 2009 hatte der Vorarlberger Bündnisobmann und Nationalratsabgeordnete Christoph Hagen noch damit gerechnet, dass in wesentlich mehr Orten eine BZÖ-Kandidatur zu schaffen sein werde.

Dass dem nun nicht so ist, liegt laut Hagen vor allem an den jüngsten Querelen in Kärnten. So tritt das BZÖ Vorarlberg nur in Hörbranz (Bezirk Bregenz), Thüringerberg (Bezirk Bludenz) und Bezau (Bregenzerwald) an.

Die Kärntner Vorkommnisse hätten zu Unsicherheiten bei den Sympathisanten geführt, zumal die FPÖ/BZÖ/FPK-Querelen gerade pünktlich zum Start der Kandidatensuche ausgebrochen seien, erklärte Hagen. “Das hat uns nicht gerade gut getan. Einige, die erst kandidieren wollten, haben daraufhin abgesagt. Die Leute wollten abwarten”, so der Bündnisobmann. “Wir haben derzeit nicht gerade eine glückliche Phase”, fand Hagen. Als Dämpfer für das BZÖ wirke sich zudem das “extreme Ergebnis” von 1,2 Prozent bei der Landtagswahl 2009 aus. Man bemühe sich aber weiter und werde die Tiefs verarbeiten. “Wir tun unser Bestes”, betonte er und sah einen bundesweiten Aufwärtstrend.

Hagen wird in seiner Heimatgemeinde Hörbranz als Bürgermeisterkandidat zur Wahl stehen. Er ist damit der einzige Orange in Vorarlberg, der sich um den Posten als Ortschef bewirbt. Als Wahlziel nannte Hagen, die VP-Absolute (2005: 56,64 Prozent) brechen zu wollen. “Je mehr Jäger, desto schwieriger wird es für den Hasen”, sah der BZÖ-Mann dafür gute Chancen. Außerdem wolle er Bürgermeister Karl Hehle in eine Stichwahl zwingen. Prognosen zum Ausgang wollte der Bündnisobmann dennoch nicht abgeben: “Ich bin da mittlerweile vorsichtig geworden.”

In Thüringerberg (Bezirk Bludenz) hat das BZÖ seit einem Besuch Jörg Haiders einen Tag vor der Gemeindewahl 2005 vergleichsweise viele Anhänger. Die Gemeinde gilt als eine der wenigen, in denen das Bündnis bisher Fuß fassen konnte. 2010 wird Harald Kaufmann, ehemaliger FPÖ-Ortsgruppenchef und Stellvertreter von Hagen, als Spitzenkandidat der Liste “Bürger für Thüringerberg” antreten. BZÖ als Bezeichnung kommt im Listennamen jedoch nicht vor. “Manche Kandidaten scheuten sich, zum BZÖ zu stehen”, begründete Hagen, der in der Frage Auffassungsunterschiede mit Kaufmann zugab.

Einige Freude bereitet dem Bündnisobmann das Antreten von Andreas Lang in Bezau, wo der 28-Jährige als einziger Kandidat des BZÖ Bezau antritt. Für liberal-rechts denkende Menschen habe es im ÖVP-dominierten Bregenzerwald bisher einfach kein Angebot gegeben, so Hagen. Lang sei ein “sehr interessanter junger Mann”, der auch in der Landesorganisation künftig mehr eingebunden werden soll. Ein Einzug in die Bezauer Gemeindevertretung wäre “eine Sensation”, für Thüringerberg und für Hörbranz erwartete sich Hagen indessen ein gutes Abschneiden.

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