Möglichkeiten der Hepatitis-Vorbeugung

Viren wissen schon, was sie an uns Menschen haben. Und können deshalb mehr als lästig sein. Doch mit entsprechender Gegenwehr lassen sie sich auch wieder vertreiben. Ein Virus erweist sich allerdings als sehr anhänglich, weil der Mensch sein einziger nützlicher Wirt ist.

Es geht um das Hepatitis-C-Virus (HCV). Man findet es in Blut, Speichel, Schweiß, Tränen, Sperma und Muttermilch. Das Problem: Hepatitisinfektionen werden häufig nicht entdeckt und können so zu schweren Erkrankungen der Leber führen. Über Maßnahmen zur Vorbeugung informieren Dr. Walter Frey (LKH Bregen) und OA Dr. Paul-Gerhard Peters (LKH Feldkirch) am Mittwoch beim letzten Mini Med-Vortrag im Rahmen des Herbstsemesters. Veranstaltungsort ist der Cubus in Wolfurt.

Langwierig und teuer

Von medizinischer Bedeutung ist die Hepatitis C, weil sie bei einem Großteil der Infizierten chronisch und teilweise fortschreitend verläuft. „Das hat nicht nur massiven Einfluss auf den Betroffenen, sondern auch gesundheits­ökonomische Auswirkungen, da sich die Behandlung langwierig und kostenintensiv gestaltet”, so FA Dr. Walter Frey. In Österreich wird die Zahl der Infizierten mit etwa 0,7 Prozent der Bevölkerung angegeben. Ein hohes Infektionsrisiko tragen Empfänger von Blutkonserven (seit den vorgeschriebenen Testungen stark rückläufig), Dialysepatienten (durch Anwendungen zeitgemäßer Tests stark rückläufig), Organtransplantierte, intervenös Drogenabhängige bei gemeinsamer Benützung von Injektionsnadeln, Kinder von HCV-positiven Müttern und medizinisches Personal. Der sexuelle Kontakt spielt im Gegensatz zur Hepatitis B keine entscheidende Rolle, prinzipiell ist eine Ansteckung auf diesem Weg jedoch möglich. Erste Anzeichen der Krankheit treten laut Frey etwa 2 bis 26 Wochen nach der Infektion auf. Sie ähneln jenen eines grippalen Infekts.

Ähnlich einer Grippe

In etwa 75 Prozent der Fälle verläuft die Infektion ohne Krankheitssymptome. „Allerdings gehen 50 bis 60 Prozent der Infektionen in einen chronischen Verlauf über”, warnt Walter Frey. Dies ist der Fall, wenn länger als sechs Monate Viren nachgewiesen werden können. Oft finden sich milde Symptome, wie allgemeine Oberbauchbeschwerden, Leistungsminderung und Müdigkeit. Manchmal treten auch Juckreiz und Gelenksbeschwerden auf. Bei etwa 20 Prozent der chronisch Infizierten entwickelt sich eine Leberzirrhose bzw. besteht große Gefahr, an Leberkrebs zu erkranken. Auch entzündliche Erkrankungen können auf eine chronisch verlaufende Hepatitis C hinweisen. Die Diagnose erfolg durch Antikörper-bestimmung und Nachweis der Viren mittels einer speziellen Labormethode. „Am wichtigsten ist es, chronische Verläufe zu verhindern”, betont OA Dr. Paul-Gerhard Peters. Eine akute Hepatitis C wird mit Interferon behandelt. Bei chronischen Verläufen kommen spezielle Interferon-Therapien in Kombination mit Medikamenten zum Einsatz. Damit ist sogar eine Ausheilung der Hepatitis möglich. Die Interferon-Therapie ist für Betroffene mitunter jedoch sehr belastend. Es gibt derzeit noch keine Schutzimpfung gegen Hepatitis C.

 

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