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Messner: Ende der "Ehrabschneidung"

Reinhold Messner hat auf Schloss Juval bei Meran zur Auffindung und Beisetzung der Überreste seines 1970 bei einer Expedition zum Nanga Parbat ums Leben gekommenen Bruder Günther Stellung genommen.

Der Südtiroler Extrembergsteiger habe nach der Leiche seines Bruders gesucht, um „konkret die Ehrabschneidung zu beenden“, erklärte Messner.

Die Auffindung der Überreste auf der Seite des Diamir-Gletschers belege nun, dass Messners Widersacher Unrecht gehabt haben. Diese hatten Messner vorgeworfen, er habe den 8000er überschritten und sei über die Diamirseite abgestiegen, während er seinen Bruder über die Rupalwand zurück geschickt habe. Die Auffindung der Überreste bedeute für ihn aber nicht Genugtuung, sondern Dankbarkeit für die Erfahrung, die er machen konnte, sagte Messner.

Drei Einheimische haben am 17.Juli in der Diamirwand auf 3.400 Metern Seehöhe die sterblichen Überreste seines Bruders gefunden. Messner habe den Toten anhand eines Schuhes wiedererkannt. Diese Art Schuh sei speziell für diese Expedition entwickelt worden. Es sei noch ein Band daran, das Messner und sein Bruder verwendet hätte, um die Steigeisen zu sichern. Die Knochen seien aus dem Schuh seziert worden und würden nun in Innsbruck einer DNA-Probe unterzogen. Das Ergebnis soll in fünf bis sieben Wochen vorliegen.

Die sterblichen Überreste des Bruders seien am 30.August feuerbestattet worden. Am Tag darauf sei ein Tschorn errichtet worden, der mit einer Plakette mit den Daten seines Bruders versehen wurde. Die Feuerbestattung sei die traditionelle Art dafür im Himalaya. Sie sei aber auch gewählt worden, um einen Missbrauch der Leiche zu vermeiden. Messner begründete dies damit, dass Einheimische von seinen Widersachern vor Ort beauftragt worden seinen, nach den Überresten seines Bruders zu suchen und sie ihnen auszuhändigen. Um wem es sich dabei gehandelt habe, wollte Messner nicht sagen.

Wegen Rufschädigung will der Extrembergsteiger nicht mehr vorgehen. Wenn es seine Familie tue, sei es ihre Sache, betonte Messner. Er werde sich aber entschieden gegen weitere Angriffe wehren.

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