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Messerattacke auf Ehefrau: 67-Jähriger vor Gericht

Alle sind gespannt, was das Beweisverfahren ergeben wird
Alle sind gespannt, was das Beweisverfahren ergeben wird ©VOL.AT/Eckert
Feldkirch - Mitten in der Nacht attackierte der Mann seine Frau in ihrem Bett. Sie wurde schwer verletzt.

Von Christiane Eckert

Fast 40 Jahre lang waren die beiden verheiratet, ehe im Sommer vergangenen Jahres beinahe ein Mord in Lauterach passierte. Mitten in der Nacht attackierte der Mann, der psychisch sehr angeschlagen ist, seine Frau in ihrem Bett. Sie schlief, er kam mit einem Messer und stach ihr mit einem Messer zwei Mal in den Hals. Sie erwachte, weil sie spürte, dass etwas Warmes den Hals herunter lief. Es war ihr eigenes Blut. Es kam zu einem heftigen Kampf zwischen den beiden. Auch der Angreifer wurde schwer verletzt. Immer wieder Würgeattacken, mit letzter Kraft flüchtete die Frau zu ihrer Nachbarin. Sie war schwer verletzt.

Mord klar

Für Staatsanwalt Heinz Rusch ist die Lage klar. Der Mann wollte seine Frau töten. Die Verteidigung macht kein Hehl daraus, dass auch sie Probleme hatte, sich mit dem Angeklagten zu unterhalten. Er wollte nicht reden, macht dicht und ist nicht bereit, sich mit dem Anwalt zu besprechen. Ob der auch körperlich sehr angeschlagene, magere Mann den Prozess durchstehen wird, ist noch offen. Haller sagt jedenfalls in seinem Gutachten, dass keine Unzurechnungsfähigkeit vorliegt. Das Opfer wird heute voraussichtlich auch aussagen. Alle sind gespannt, was das Beweisverfahren ergeben wird. Der Angeklagte sagt jedenfalls: „Ich wollte meine Frau nicht umbringen“. Allerdings gibt er zu: „Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich wollte sie erschrecken, damit die Beziehung wieder besser wird.“

Zeugen am Wort

Nach dem Sachverständigengutachten von Psychiater Reinhard Haller sind die Zeugen am Wort. Zunächst schildert die Nachbarin, zu der sich das Opfer flüchtete, die dramatischen Ereignisse. Um drei Uhr hörte die Nachbarin Lärm und Hilferufe, sie ging zur Tür. Da stand das blutverschmierte Opfer, die 58-jährige Bekannte, vor der Tür, ein Messer in der Hand. Selbst ein knappes Jahr nach dem Vorfall wird deutlich, wie schockierend diese Wahrnehmungen auch für die Nachbarin waren. Sie kämpft mit den Tränen. Sie wohnt mit dem Lauteracher Ehepaar seit 17 Jahren Tür an Tür. „Es war so ein nettes Paar, sie kümmerte sich sehr um ihren Ehemann und sie gingen täglich eine gemeinsame Runde spazieren“, so die Zeugin.

Opfer einvernommen

Anschließend kommt die zweite Zeugin zur Schilderung. Die Noch-Ehefrau schildert nochmals die Nacht. Zuvor sei die Ehe in Ordnung gewesen, allerdings habe sich ihr Mann nach einer Krebserkrankung und zwei kleineren Schlaganfällen verändert. Seine Eifersucht habe sich verstärkt. Seit rund 40 Jahren sind die zwei Menschen miteinander verheiratet, doch in letzter Zeit sei es schwieriger mit ihm geworden, sie habe dem aber nicht viel Beachtung geschenkt. Auch nicht einem Vorfall, wo er plötzlich mit einer Pistole dastand und meinte, er wolle sie erschrecken.

(red/ec)

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