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Merkl und Sarkozy haben Gesprächsbedarf bei EADS

Deutschland und Frankreich haben sich noch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen beim kriselnden europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS verständigt.

Beim Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem frisch gekürten französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy am vergangenen Mittwoch sei das Thema nur angerissen worden, sagte Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin. Beide Politiker würden sich nun im Juli am Stammsitz der EADS-Tochter Airbus in Toulouse treffen, um mehr ins Detail zu gehen. Festlegungen gebe es bisher noch nicht.

Sarzoky hatte zuletzt gesagt, er stimme mit Merkel überein, dass bei EADS rasch gehandelt werden müsse und beide Nationen an einer gemeinsamen Lösung der Probleme arbeiten müssten. Airbus befindet sich in einem schmerzhaften Umbau, nachdem Lieferverzögerungen beim Großraumflugzeug A380 und hohe Entwicklungskosten für den neuen A350 das Unternehmen tief in die roten Zahlen gedrückt haben. Die Probleme überschatten auch die EADS-Bilanz. Nach langen Streitigkeiten zwischen der deutschen und französischen Seite einigte sich das Management schließlich auf den Abbau von rund 10.000 Stellen und den Verkauf mehrerer Werke. Mit den Einsparungen soll Airbus aus der Krise kommen und Boden zum US-Erzrivalen Boeing gut machen.

Nach einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ stießen Sarkozys Pläne, den Anteil des französischen Staates an EADS zu erhöhen, bei Merkel auf wenig Gegenliebe. Die Bundesregierung wollte sich dazu nicht äußern. Frankreich und Deutschland sind die einflussreichsten Länder bei Airbus und selbst an EADS beteiligt. Frankreich hatte in der Vergangenheit immer wieder versucht, seinen Einfluss auszuweiten – etwa über eine mögliche Kapitalerhöhung.

Sarkozy hatte langfristig aber auch einen Rückzug bei EADS in Aussicht gestellt. Der Staat wolle sich „eines Tages“ von seinem 15-prozentigen Paket trennen, sagte er Ende vergangener Woche. Sarkozy stellt ferner den Aktionärspakt von EADS in Frage. Dieser sichert einen Ausgleich zwischen den deutschen und französischen Interessen und verhindert, dass andere Anteilseigner besondere Mitspracherechte bekommen können.

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