Mellau kann nun ohne Zeitdruck planen

Abschluss des Gesamtvorhabens mit Erneuerung der Zubringerbahn und des neuen Hotels.

Mellau. (stp) Nach einem – erfolgreichen – Wettlauf gegen die Zeit konnte die neue Achtersesselbahn auf der Mellauer Rossstelle zu Saisonbeginn in Betrieb genommen und im Jänner symbolisch eröffnet werden. Die Erfahrungen der ersten Wochen sind erfreulich, die neue Bahn wird von den Skifahrern und Snowboardern gelobt.

Kräftig durchatmen

Hauptgesellschafter Herbert Frick ist nach „spannenden“ Monaten sichtlich erleichtert und will jetzt erst einmal „kräftig durchatmen“ – Kurzurlaub im Süden inkludiert. Das heißt aber keineswegs, dass man sich in Mellau auf dem Erreichten ausruhen will – im Gegenteil: „Wir planen intensiv am Abschluss des Langzeitprojekts“, fasst Frick die Arbeit in den vergangenen rund 15 Jahren zusammen.

Verbindung mit Damüls

Größter Schritt zur Entwicklung des Skigebiets war der Zusammenschluss der Skigebiete von Mellau und Damüls, der auch finanziell eines Kraftaktes bedurfte. Dies deshalb, „weil es sich nicht nur um eine große Investitionssumme handelte, sondern, weil wir auch durch vorangegangene Maßnahmen finanziell gefordert waren.“

Gesunde Finanzierung

Für Frick gilt die Devise, „dass ein möglichst hoher Anteil an den Investitionen aus Eigenmitteln erfolgen soll, denn wir möchten nicht eines Tages vor der Situation stehen, dass die Mellauer Bergbahnen de facto den Banken gehört, wie dies andernorts hin und wieder der Fall ist – nicht zum Vorteil der heimischen Bevölkerung.“ Natürlich, räumt Frick ein, wäre es verlockend, gleich den nächsten Schritt zu setzen und die Einseilumlaufbahn zu modernisieren. Das sei jedoch nicht nur ein finanzielles Problem, sondern auch ein planerisches, „wobei wir auch zu berücksichtigen haben, mit welchem Projekt wir in den Bewilligungsverfahren schneller vorankommen“, lässt Frick offen, ob zuerst das Hotel oder die neue Bahn gebaut wird. Es wäre nicht schlüssig, ein Projekt zu forcieren, während die Behördenverfahren für das andere weiter fortgeschritten sind.

Beachtliche Größenordnung

Das Gesamtprojekt hat eine beachtliche Größenordnung. Das Areal der ehemaligen Tennishalle umfasst rund 8000 Quadratmeter, hat also in etwa Fußballplatzgröße. „Und da geht es nicht nur um das Hotel und die Talstation, sondern auch um Parkplätze und Infrastruktur wie Skiverleih, Skischule usw. und eine Verbesserung der Verkehrssituation.“ Seit dem Katastrophen-ereignis von 2005 gibt es neue Richtlinien und die vorgesehene neue Brücke mit direkter Anbindung an die L 200 war technisch nicht mehr machbar.

Doppelmayrs Durchbruch

Für den Seilbahnbauer Doppelmayr war die Anlage in Mellau vor 40 Jahren der Durchbruch, denn damit stieg man in eine ganz andere Liga ein. Es war die erste Seilbahn, die Doppelmayr nach diesem System baute. Ein System, das von Mellau aus einen weltweiten Siegeszug antrat, wie sich die Pioniere der frühen Siebzigerjahre erinnern. In den ersten Plänen war noch von einer Doppelsesselbahn auf die Rossstelle die Rede – bis Doppelmayr das Wagnis einging, eine Einseil-Umlaufbahn zu konzipieren. Detail am Rande: Als Doppelmayr in Mellau plante, gab es in Wolfurt auch Pläne für die Skigebietsverbindung von Schröcken-Warth nach Lech. Damals gingen die Seilbahnbauer aus dem Ländle auch im Auenfeld davon aus, die Verbindung mittels Schleppliften zu realisieren . . .

Auch als „Zweitgrößte“

Stichwort Skigebietsverbindung: Den Rang als „größtes Skigebiet im Bregenzerwald“ haben die Tannberger den Mellauern und Damülsern inzwischen abgelaufen, aber in Mellau-Damüls kann man auch als „zweitgrößtes Skigebiet gut leben“, wie Frick schmunzelnd bemerkt. Auch nach dem Zusammenschluss am Tannberg hat sich die Saison für die Mitbewerber Mellau-Damüls sehr gut entwickelt, stellt Frick mit Verweis auf die Nächtigungszahlen in den beiden Gemeinden zufrieden fest. Mit ein Grund, auf ein neues Tophotel zu setzen.

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