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Mel Gibson bat um Vergebung

Mel Gibson hat am Dienstag um Vergebung für seine antisemitischen Äußerungen gebeten. „Hass jeder Art ist gegen meinen Glauben“, erklärte der Schauspieler in einer Stellungnahme.

„Es gibt keine Entschuldigung und sollte auch keine Toleranz für jemanden geben, der antisemitische Bemerkungen macht.“

Gibson versicherte: „Ich bin kein Antisemit. Ich bin kein Eiferer.“ Er war Ende vergangener Woche betrunken am Steuer seines Wagens erwischt worden und hatte bei seiner Festnahme Juden beleidigt.

„Ich bitte nicht nur um Vergebung“, erklärte der Schauspieler in einer Stellungnahme. „Ich möchte einen Schritt weiter gehen und mich mit den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde treffen, mit denen ich dann direkt über einen angemessenen Weg zur Heilung sprechen kann.“ Gibson verwies darauf, dass er während seiner Äußerungen betrunken gewesen sei. Er habe jedoch bereits mit einem Entzugsprogramm begonnen und bitte die jüdische Gemeinde um Hilfe auf seinem Weg. „Ich weiß, dass viele nichts mit mir zu tun haben wollen, und das ist verständlich. Aber ich bete, dass die Tür nicht für immer verschlossen ist.“

Der US-Sender ABC stoppte unterdessen eine geplante Zusammenarbeit mit Gibsons Produktionsfirma Icon für eine Holocaust-Serie. Ein Sprecher von ABC wollte sich am Montag nicht dazu äußern, ob die Entscheidung des Senders mit seinen Äußerungen im Zusammenhang stehe. ABC erklärte lediglich, man habe seit fast zwei Jahren noch nicht einmal einen Entwurf von Icon für die Miniserie gesehen; deshalb sei das Projekt beendet worden.

Nach Informationen der Entertainment-Webseite TMZ.com sagte Gibson bei dem Zwischenfall auf dem Pacific Coast Highway am Freitag zu einem Polizisten: „Die Juden sind für alle Kriege in der Welt verantwortlich. Sind sie ein Jude?“

Die Bezirksstaatsanwaltschaft bestätigte, dass sie den Fall erhalten habe und prüfe. Die Anklageerhebung sei vorläufig für den 28. September angesetzt worden. Der Polizist James Mee sagte der Nachrichtenagentur AP, es tue ihm leid, dass er mit der Festnahme dem Ruf Gibsons geschadet habe. Doch hoffe er, dass der Schauspieler künftig nachdenke, bevor er sich angetrunken ans Steuer setze.

Die Äußerungen Gibsons wollte Mee nicht überbewerten. Das seien Sachen, die der Star in betrunkenem Zustand gesagt habe. Der Alkohol verstärke die grundlegenden Züge der Persönlichkeit. Eine entspannte Person werde noch lockerer, aber bei einem nervöser Charakter werde dies noch verstärkt „und all’ die schlechten Dinge kommen raus“, sagte der mit 17 Dienstjahren erfahrene Deputy Sheriff.

Eine jüdische Organisation rief die Filmindustrie zu einem Boykott Gibsons auf. Der nationale Direktor der Liga gegen Verleumdung, Michael Foxman, sagte, in einer Zeit eskalierender Spannungen in der Welt dürfe Gibson „mit derart aufrührerischen Äußerungen“ nicht so davonkommen. „Menschen in der Unterhaltungsindustrie, ob Juden oder nicht, müssen verstehen, was auf dem Spiel steht, ihn professionell meiden und sich weigern, mit ihm zusammenzuarbeiten – selbst wenn es ihnen am Ende selbst ein Opfer abverlangt“, sagte er.

Der Schauspieler, der als „Mad Max“ bekannt wurde, gewann einen Oscar als bester Regisseur für seinen Film „Braveheart“ von 1995. 2004 landete er einen weltweiten Erfolg mit „Die Passion Christi“. Jüdische Gruppen warfen dem Film antisemitische Untertöne vor. Gibson war außerdem zu sehen in der „Lethal Weapon“-Serie und in „Was Frauen wollen“.

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