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Mehr Wissen mit "Unikumm"

©Unikumm
Für Menschen, die nicht im Berufsleben stehen, sei es durch Pensionierung, Karenz oder persönliche oder andere Gründe, ist der Zugang zu Weiterbildung nicht immer einfach. Gerade in ländlichen Regionen gibt es viele Hürden. Damit sich das ändert und lebenslanges Lernen nicht aufgrund äußerer Umstände endet, wurde UNIKUMM, die Plattform für Wissbegierige ins Leben gerufen.

Ziel ist es, wissensdurstigen Menschen jeden Alters, ein Weiterbildungsangebot zu bieten. Hochrangige Vortragende aus den unterschiedlichsten Fachbereichen vermitteln dabei verständlich Wissen aus erster Hand. Und das regional im Bregenzerwald.

Veranstaltung in Andelsbuch

Die erste Veranstaltung findet am Freitag, 23. Februar um 16:00 Uhr, im Rathaussaal in Andelsbuch statt. Prof. Dr. Rudolf Öller wird darauf eingehen, wie „Kränkungen in der Naturwissenschaft“ die Evolution beeinflussen. Alle wissensdurstigen Menschen sind herzlich willkommen!

Alle Infos zum Programm und den Preisen auf www.unikumm.at

Um mehr über die Plattform zu erfahren und die Hintergründe kennenzulernen, haben wir mit UNIKUMM-Gründer Ferdinand Orschulik gesprochen.

UNIKUMM – Plattform für Wissbegierige: Das klingt sehr interessant und ansprechend? Wie sind Sie darauf gekommen?

Orschulik: Als ich in den Ruhestand getreten bin, stellte ich fest, dass ich plötzlich keine Einladungen mehr zu Weiterbildungen oder Vorträgen bekam. Das hat mich sehr erstaunt und ich begann zu recherchieren. Dabei habe ich festgestellt, dass es abseits des Berufslebens so gut wie keine finanzierbaren Lern- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt.

Und dann haben Sie sich gedacht: Das muss sich ändern! Wenn es nichts gibt, dann stelle ich selbst etwas auf die Beine. Sehr mutig!

Orschulik: Genau! Mein Gedanke war, ein Bildungsangebot für „sehr erwachsene“ Personen bzw. alle, die nicht im Erwerbsleben stehen, zu entwickeln. Mit UNIKUMM soll es möglich sein, sich leistbar weiterzubilden.

Welche Inhalte stehen dabei im Mittelpunkt?

Orschulik: Unser Programm soll einen breiten Einblick in wissenschaftliche Themen bieten, über die man nicht besonders viel weiß bzw. erfährt.

Warum?

Orschulik: Weil uns Wissenschaft die Möglichkeit gibt, die Welt zu verstehen bzw. einzuschätzen. Zusammenhänge werden sichtbar und andere Blickwinkel ergeben sich. Zu vielen Dingen – z. B. Gentechnik oder TTIP – kann ich mir erst eine Meinung bilden, wenn ich Genaueres darüber weiß. Je mehr ich weiß, desto sachlicher kann ich diskutieren und desto weniger anfällig bin ich für Populismus. Das tut dann schlussendlich auch unserer Gesellschaft gut.

Das Programm für 2018 steht ja bereits fest. Welche Themen können Wissensdurstigen im Startjahr erwarten?

Orschulik: Los geht’s am 23. Februar mit dem Vorarlberger Naturwissenschaftler Prof. Dr. Rudolf Öller, vielen Menschen bekannt aus seiner samstäglichen VN-Kolumne. Er wird zum Thema „Kränkungen in der Naturwissenschaft“ referieren. Ein sehr spezielles Thema, aber mit einer großen Wirkung auf uns alle. Denn schließlich beeinflussen diese sogenannten Kränkungen die gesamte Evolution. Genaueres weiß ich bislang auch nicht, aber das ist genau der Grund, warum ich am 23.2. dabei sein werde. Ich möchte schließlich lernen!

Wie geht es dann weiter?

Orschulik: Im April widmen wir uns der Grundlagenforschung. Man weiß sehr wenig darüber und dennoch ist ohne diese Art der Forschung vieles nicht möglich – z. B. die Entwicklung von neuen Medikamenten. Sie ist sozusagen die Basis für alles. Im Herbst geht es dann zum einen um den aktuellen Forschungsstand in der Textilindustrie. Man entwickelt aktuell eine Vielzahl von sogenannten „smart textiles“, die unser aller Leben leichter machen sollen. Besonders im Alter. Abschließend beschäftigen uns auch noch mit Wirtschaftspolitik. Um genau zu sein mit den Auswirkungen europapolitischer Entscheidungen, wie z. B. dem Brexit, auf unsere Region.

Wow das klingt wirklich sehr abwechslungs- und umfangreich! Aber auch nach sehr viel Arbeit. Wie schaffen Sie es, den Aufwand zu meistern?

Orschulik: Nun ja ich bin ja in Pension und habe viel Zeit. Nein Spaß beiseite. Ich habe zum Glück ein tolles Team das mich unterstützt. Wir sind als Verein organisiert und im Vorstand, dem sogenannten Kernteam, sind wir fünf Personen, die sich alle sehr aktiv einbringen. Nur gemeinsam klappt so ein Projekt.

Und es braucht natürlich auch finanzielle Mittel! Wie haben Sie diese Hürde gemeistert?

Orschulik: Damit wir starten konnten, haben wir eine Crowdfunding-Aktion initiiert. Diese wurde vor Kurzem erfolgreich abgeschlossen. Und alle Interessierten können für einen Jahresbeitrag in Höhe von € 60,00 bei uns Mitglied werden. Diese Mitgliedschaft ist mit keinen Verpflichtungen verbunden, wird aber mit einem übertragbaren Jahresabo für alle vier Veranstaltungen belohnt. Und wer möchte, kann sich natürlich auch in die Programmgestaltung einbringen.

Abschließend: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Orschulik: In erster Linie viele wissbegierige Menschen bei den Veranstaltungen und angeregte Diskussionen mit unseren Vortragenden. Und ich hoffe, dass UNIKUMM einen Beitrag zum lebenslangen Lernen leistet und so die Gesellschaft ein klein wenig besser macht.

(red)

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