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Mehr Holz für Energie: Papierindustrie beklagt kritische Rohstofflage

Die Papierindustrie fürchtet um die inländische Rohstoffbasis für die heimische Zellstoff- und Papierfabriken.
Die Papierindustrie fürchtet um die inländische Rohstoffbasis für die heimische Zellstoff- und Papierfabriken. ©Bilderbox
Die Papierindustrie klagt über ungenügende Inlandsversorgung und rückläufige Holzverfügbarkeit im benachbarten Ausland. Der ungebremste Anstieg der Energienutzung führe zu Engpässen bei der Rohstoffversorgung, erklärten am Dienstag Vertreter der Papierindustrie in Graz. Um gegenzusteuern, drängt man auf eine weitere Reform des Ökostrom-Gesetzes und auf eine Absage an Biomasse-Großkraftwerke.

Die Papierindustrie fürchtet um die inländische Rohstoffbasis für die heimische Zellstoff- und Papierfabriken und um deren internationale Wettbewerbsfähigkeit. “Unser Drängen, weitere Biomasse-Großkraftwerke – wie z.B. von der Stadt Klagenfurt geplant – nicht mehr zu bauen, und unsere Forderung nach Reform des Ökostromgesetzes werden teilweise so ausgelegt, dass wir auf Planwirtschaft und Preiskontrolle abzielten. Davon ist keine Rede”, erklärte Wolfgang Pfarl, Präsident von Austropapier.

Verwendung von Biomasse

Man habe nichts gegen die Verwendung von Biomasse als Energieträger, nutze sie ja selber – ohne jegliche Förderung -, “aber es kommt auf die Wirkungsgrade an und die Verfügbarkeit von Holz”, sagte Max Oberhumer, Geschäftsführer von Sappi Gratkorn. Letztlich müsse schon aus volks- und betriebswirtschaftlichen Überlegungen der stofflichen Verwendung von Holz Priorität gegeben werden.

Größere Mengen an Holz bereitgestellt

Für die Waldbesitzer wies der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher die Vorhaltungen zurück. Seit 2002 habe man um 20 Prozent mehr Holz auf den Markt gebracht, 2012 waren es 18,02 Mio. Festmeter. “Die heimischen Waldbesitzer haben die Durchforstungen stark forciert und somit größere Mengen an Holz für die Papiererzeugung bereitgestellt.”

Automatische Holzfeuerungsanlagen

Diesen Kurs werde die heimische Forstwirtschaft weiter konsequent fortsetzen. Nicht gelten lassen will Titschenbacher auch die Behauptung, dass die energetische Nutzung von Holz ineffizient sei: “Automatische Holzfeuerungsanlagen aus Österreich erzielen Wirkungsgrade von deutlich über 90 Prozent.” Nicht zuletzt deshalb sei die österreichische Technologie auch in ganz Europa nachgefragt. Österreichische Unternehmen der Bioenergiebranche würden weltweit als Technologieführer gelten.

Biomasseheizwerke und Nahwärme-Mikronetze

Durch das novellierte Ökostromgesetz werden laut Titschenbacher nur noch effiziente Anlagen gefördert. Durch die relativ niedrigen Einspeistarife wurden seit nunmehr sechs Jahren praktisch keine Biomasse-Ökostromanlagen mehr gebaut, der Holzbedarf für die Ökostromerzeugung habe sich seit 2008 nicht verändert. In der Steiermark setze man auf kleine, dezentrale Biomasseheizwerke und Nahwärme-Mikronetze. (APA)

 

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