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Mehr Geld von Bund und Ländern für minderjährige Flüchtlinge?

SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser: "Jedes Kind ist gleich viel wert."
SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser: "Jedes Kind ist gleich viel wert." ©APA
Die Frage des Tages von VN und VOL.AT: Sollen Bund und Länder mehr in die Betreuung minderjähriger Flüchtlinge investieren?

Das SOS-Kinderdorf baut seine Hilfe für Flüchtlingskinder aus und schafft 100 zusätzliche Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Derzeit befinden sich mehr als 800 in Traiskirchen. “Kinder gehören nicht in Massenquartiere”, erklärte SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser am Montag in einer Pressekonferenz. Etwa 25 Kinder sind jünger als 14 Jahre – und ihre Zahl steigt. Im heurigen Jahr werden nach Expertenschätzungen 180 bis 200 Flüchtlingskinder unter 14 alleine in Österreich ankommen, erläuterte Moser. “Diese Kinder brauchen Hilfe”.

Unterbringung in kleinen Wohngruppen

“SOS-Kinderdorf kann und will nicht zuschauen, wenn Kindern der Zugang zu Bildung und einer ordentlichen Betreuung verwehrt wird”, sagte der Geschäftsführer der größten privaten Kinderschutzorganisation des Landes. Wolfgang Katsch, der Geschäftsleiter für Westösterreich, erläuterte, dass die zusätzlichen 100 Plätze zusätzlich zu etwa 70 bereits in Tirol und Salzburg bestehenden Plätzen geschaffen werden. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei in kleinen Wohngruppen und nicht in Massenquartieren betreut. Man wolle ihnen Integration statt Verwahrung und persönliche Betreuung statt Securtity-Teams bieten. Außerdem werden den Kindern Bildungsprogramme und ein Schulabschluss geboten und sie auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Die meisten dieser Kinder würden in Österreich bleiben, deshalb sei Integration so wichtig, betonte Katsch.

Nur halber Tagessatz für Flüchtlingskinder

Moser betrachtet die Schaffung der 100 zusätzlichen Plätze als finanzielle “Vorleistung” und verlangt mehr Geld von der öffentlichen Hand. Für Flüchtlingskinder wird in der Regel nur der halbe Tagsatz bezahlt als für österreichische Kinder und Jugendliche. Der SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer hält dies für “inakzeptabel”: “Jedes Kind ist gleich viel wert.”

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