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Mehr als 50 Soldaten unter Folterverdacht

Mehr als 50 britische Soldaten stehen laut einem Pressebericht im Verdacht von Mord, Totschlagsdelikten oder Misshandlungen im Irak.

Es seien mehr als drei Mal so viele Soldaten in strafbare Handlungen verwickelt als bisher von der Regierung in London mitgeteilt, berichtete die Zeitung „Sunday Telegraph“ am Sonntag unter Berufung auf geheime Militärdokumente. Demnach sind britische Soldaten unter anderem Schuld am Ertrinken zweier irakischer Zivilisten.

Ein Mitglied der Elite-Luftwaffentruppe SAS soll einen irakischen Zivilisten erschossen haben. Zwei Vorgesetzte hätten sich geweigert, gegen den Elitesoldaten auszusagen. Laut dem Bericht sahen sie in der Angelegenheit kein Fehlverhalten und wollten nicht die Moral der Truppe schwächen.

Am Samstag hatte der britische Generalstabschef Mike Jackson eine umfassende Untersuchung zu möglichen Misshandlungen von Irakern durch britische Soldaten angeordnet. Er reagierte damit auf die Verurteilung von drei Soldaten vor einem Militärgericht in Osnabrück. Das Gericht hatte die Soldaten am Freitag wegen der Misshandlung von irakischen Zivilisten zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt. Die im Mai 2003 begangenen Taten waren auf 22 Fotos festgehalten worden, die im Prozess als Beweismittel dienten. Die Bilder hatten weltweit Empörung ausgelöst.

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