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Mehr als 100 Tote nach U-Bahn-Anschlag

Drei Tage nach dem Bombenanschlag auf die Moskauer U-Bahn haben russische Zeitungen unter Berufung auf Rettungskräfte die Zahl der Toten auf mehr als 100 beziffert.

„Alles wird sich wohl um die Zahl 120 drehen, plus minus 10 oder 20“, zitierte die Zeitung „Nowaja Gaseta“ am Montag einen nicht namentlich genannten Rettungsmediziner.

Auch die Tageszeitung „Gaseta“ zweifelte die offizielle Opferzahl von 39 Toten mit Verweis auf den überfüllten Waggon und die gewaltige Sprengkraft der Bombe als zu niedrig an. In den Medien wurde auf das Fehlen einer sonst üblichen offiziellen Liste mit den Namen der Opfer verwiesen.

Auch überlebende Fahrgäste zeigten sich verwundert über die Zahl von 39 Toten. „Mir schien es, dass es viel mehr waren. Selbst als wir durch den Tunnel gingen, lagen auf den Gleisen Leichenteile. Es waren sehr viele“, sagte ein Student, der am Freitagmorgen zum Zeitpunkt der Detonation im nächsten Waggon fuhr.

Bereits wenige Stunden nach dem Anschlag hatte ein Sprecher der Rettungskräfte ein Ansteigen der Totenzahl auf bis zu 100 nicht ausgeschlossen. Die Polizeiführung blieb aber offiziell bei 39 Toten. Nach Angaben der Ermittler soll sich eine Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt haben. Von einer heißen Spur wurde bis zum Montag nichts bekannt.

Am Montag wurden noch 105 Verletzte des Bombenanschlags in Krankenhäusern behandelt. Im Tagesverlauf sollten die ersten Todesopfer bestattet werden. Bürgermeister Juri Luschkow hatte den Montag zum Trauertag in Moskau erklärt.

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