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Mehr als 100 Tote durch Schneelawinen in Afghanistan

In den Bergen Afghanistans herrschen oft extreme Wetterbedingungen.
In den Bergen Afghanistans herrschen oft extreme Wetterbedingungen. ©AP
Schneelawinen haben in Afghanistan mehr als hundert Menschen in den Tod gerissen. Allein in der Provinz Pandschir nördlich der Hauptstadt Kabul kamen laut Behördenvertretern 90 Menschen ums Leben.

Aus der zentralen Provinz Bamijan wurden sechs Tote gemeldet, aus der ostafghanischen Provinz Laghman vier und aus dem benachbarten Nangarhar ein weiteres Todesopfer. Die Polizei spricht von beispiellosem Schneefall. Den Helfern fehlt das Gerät, um Verschüttete zu bergen.

Der stellvertretende Direktor der afghanischen Katastrophenschutzbehörde, Mohammad Aslam Sajas, gab die Zahl der Todesopfer am Mittwochabend mit 108 an. “Rund 100 Häuser sind unter dem Schnee begraben worden”, sagte er. Nach Angaben der Provinzbehörden werden weiterhin Dutzende Menschen vermisst. In vier von fünf Distrikten Pandschirs gingen seit Dienstagabend Lawinen nieder.

Straßen durch Schneemassen blockiert

Die Straßen zu mehreren betroffenen Dörfern seien durch die Schneemassen blockiert, sagte Provinzgouverneur Abdul Rahman Kabiri. Es sei schwierig für die Rettungskräfte, die Gegenden schnell zu erreichen und er befürchte, dass noch mehr Menschen sterben werden.

In der zentralafghanischen Provinz Bamian war nach Angaben der Provinzregierung bereits am Dienstag eine vierköpfige Familie bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani wies die Behörden nach Angaben seines Büros dringend an, den Opfern zu helfen. Naturkatastrophen verursachen im Hindukusch-Gebirge immer wieder Todesfälle.

Wichtigste Verbindungsrute lahmgelegt

Die heftigen Schneefälle in der Region legten auch die wichtigste Verbindungsroute zwischen Kabul und Nordafghanistan lahm, die über den Salang-Pass in Pandschirs Nachbarprovinz Parwan führt. Dort wurden Hochspannungskabel beschädigt, die die Hauptstadt mit Elektrizität aus Tadschikistan versorgen. Seit Montagabend kommt es in weiten Teilen Kabuls immer wieder zu stundenlangen Stromausfällen.
(APA)

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