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Mehr als 100 Tote bei Explosionen im Iran

Explosionen bei Gedenkfeier für getöteten General Soleimani in Kerman (Iran).
Explosionen bei Gedenkfeier für getöteten General Soleimani in Kerman (Iran). ©AP
Nach zwei verheerenden Explosionen am Todestag des mächtigen iranischen Generals Ghassem Soleimani in dessen Heimatstadt Kerman ist die Zahl der Todesopfer auf 103 gestiegen.

Darum geht's:

  • Mehr als 100 Tote und 140 Verletzte bei Explosionen in Kerman, Iran
  • Vizegouverneur spricht von Terrorattacke, Innenminister kündigt Reaktion an
  • Explosionen am Todestag des Generals Soleimani, genaue Hintergründe werden untersucht

Innenminister kündigt entschiedene Reaktion an

Zudem seien rund 140 Menschen verletzt worden, berichteten Staatsmedien am Mittwoch unter Berufung auf den Rettungsdienst. Kermans Vizegouverneur Rahman Jalali sprach von einer Terrorattacke. Irans Innenminister Ahmad Vahidi kündigte eine entschiedene Reaktion an.

"Natürlich werden die Sicherheitsbehörden, das Militär und die Strafverfolgungsbehörden kurzfristig und mit Nachdruck reagieren", sagte der Innenminister am Mittwoch dem Staatsfernsehen. Vahidi sagte, die meisten Menschen seien bei der letzten der zwei Explosionen ums Leben gekommen. Die genauen Hintergründe werden demnach untersucht. "Unsere Polizeikräfte sind wachsam und werden diejenigen, die dieses Verbrechen begangen haben, zur Rechenschaft ziehen."

Laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Nournews explodierten mehrere Gaskanister auf der Straße zum Friedhof. Die beiden Sprengsätze seien von "Terroristen" ferngesteuert gezündet worden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA einen amtlichen Vertreter, der nicht näher identifiziert wurde. Die Nachrichtenagentur ISNA zitierte den Bürgermeister von Kerman, Saeed Tabrisi, mit den Worten, die Bomben seien im Abstand von zehn Minuten explodiert. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Terrorangriffe mit diesem Ausmaß sind im Iran äußerst selten.

Gedenken an General Soleimani

Kerman im Zentraliran ist die Heimat von Ghassem Soleimani, dem früheren Kommandanten der Quds-Brigade, der Auslandseinheiten der iranischen Revolutionswächter (IRGC). Die USA hatten ihn am 3. Jänner 2020 im Irak durch einen Drohnenangriff getötet. In der Region führte dies zu einer dramatischen Eskalation der Spannungen und zu einem Vergeltungsschlag der iranischen Streitkräfte auf einen US-Stützpunkt im Irak. Von systemtreuen Regierungsanhängern wird Soleimani als Märtyrer verehrt. Propagandabilder des Generals prangen auch an Häuserwänden in der Hauptstadt Teheran.

Auch am Mittwoch pilgerten Menschenmassen durch Kermans Straßen zu Soleimanis Grabstelle. In einem live im Staatsfernsehen übertragenen Ausschnitt waren ein Knall und Schreie zu hören. Während einer Live-Schaltung einer Reporterin waren Retter zu sehen, die mit Verletzten im Hintergrund in ein Krankenhaus eilten. Bilder von den Anschlagsorten zeigten blutüberströmte Gehsteige, beschädigte Fahrzeuge und zerfetzte Kleidungsstücke. "Unsere Einsatzteams evakuieren die Verletzten", sagte der Leiter des Roten Halbmonds der Provinz Kerman, Reza Fallah, im Fernsehen. Allerdings blockierten Menschenmassen die Straßen.

Augenzeugenberichte und Reaktionen

Ein Augenzeuge sagte ISNA, auf dem Weg zum Friedhof habe plötzlich ein Auto hinter der Menschenmenge angehalten und es sei eine Mülltonne mit einer Bombe explodiert. Er habe nur das Geräusch der Explosion gehört und Menschen zu Boden fallen sehen. "In der Mülltonne befand sich eine Bombe", gab der Augenzeuge demnach an.

Anlässlich des Todestags Soleimanis wollte der Generalsekretär der libanesischen Schiitenorganisation Hisbollah, Hassan Nasrallah, am Mittwochabend eine Rede halten. Vor dem Hintergrund der Tötung eines Anführers der islamistischen Hamas im Libanon wurde die Rede mit Spannung erwartet. Es gibt Sorgen, dass der gewaltsame Tod von Saleh al-Arouri, Vize-Leiter des Politbüros der Hamas, zu einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Israel führen könnte.

Die mit der Hamas verbündete Hisbollah, die als wichtigster nichtstaatlicher Verbündeter der Islamischen Republik gilt, hatte Vergeltung angekündigt.

(APA)

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