Mediziner warnt: Situation auf Intensivstationen wird enger

Intensivmediziner Dr. Thomas Staudinger im "ZIB 2"-Interview.
Intensivmediziner Dr. Thomas Staudinger im "ZIB 2"-Interview. ©Screenshot ORF
Dr. Thomas Staudinger, Leiter einer Intensivstation am Wiener AKH, hat am Donnerstag in der "ZIB 2" des ORF geschildert, wie kritisch die CoV-Lage in den Spitälern derzeit ist.
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Die Impfung schütze zwar sehr effektiv vor schweren Verläufen, mit der Delta-Mutation des Virus funktioniere aber der Schutz gegen eine Infektion nicht mehr so gut. Die Ausbreitung der Infektion sei aktuell das große Problem. Eine entscheidende Rolle spiele auch die zu niedrige Impfrate.

Nur ein geimpfter Patient

Auf seiner Station am AKH liegen derzeit nur nicht geimpfte Patienten, so der Intensivmediziner. Im ganzen AKH Wien müsse nur ein einziger geimpfter Patient auf einer der Intensivstationen behandelt werden.

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"Seit Monaten ausgebucht"

Die Intensivstationen am AKH seien seit Monaten voll, so Staudinger. Das liege aber daran, dass das AKH ein Letztversorgungszentrum ist, das heißt, dass Patienten aus ganz Wien und Österreich bei Bedarf ins AKH verlegt werden.

Mann müsse sich vorstellen, erläutert Staudinger, wenn in einer Woche sechs bis acht CoV-Patienten auf einer Intensivstation dazukommen, was aktuell leicht der Fall sei, kippt diese Station in den sogenannten Covid-Versorgungsbereich und fehlt für die Routine-Aufgaben. Hält dieser Trend an, wird es sehr schnell dazu kommen, dass die Routineversorgung nicht mehr voll aufrechterhalten werden kann.

Kickl-Methoden helfen nicht

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl hatte am Mittwoch dieser Woche unter anderem gefordert, im Kampf gegen Covid-19 mehr auf medikamentöse Behandlungen zu setzen, und neben dem höchst
umstrittene Anti-Wurmmittel Ivermectin auch Vitamin C, Ibuprofen und ähnliche Behandlungsmethoden propagiert. Intensivmediziner Dr. Staudinger widerspricht diesen Forderungen deutlich.

Es gebe in der Geschichte der Medizin vermutlich keine Krankheit, über die in so kurzer Zeit so viel Forschung betrieben und so viele Daten erhoben wurden, wie für Covid-19. Alle Mittel, die FPÖ-Chef Kickl vorschlägt, sind mittlerweile de facto untersucht und verhindern einen schweren Verlauf auf keinen Fall, so der Mediziner. Symptome lindern können herkömmliche Grippe-Mittel natürlich schon, und würden auch längst standardmäßig bei CoV-Behandlungen eingesetzt.

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