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Medikamentenhochburg Asien

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Der Apothekerpräsident rät von Hamsterkäufen ab.

Die Coronapandemie sorgte für Verknappungen überall, auch bei den Medikamenten. Noch lässt sich jedoch nicht abschätzen, bei welchen Medikamenten ein Mangel auftreten kann, betont der Präsident der Vorarlberger Apothekerkammer, Christof van Dellen. Schuld ist die Auslagerung der Produktion in den asiatischen Raum, um die Preise niedrig zu halten. „Dort werden inzwischen bis zu 90 Prozent der Wirk- und Hilfsstoffe produziert“, betont van Dellen die Ausmaße der Abhängigkeit. Hinzu kommen die langen Lieferketten nach Europa, man erinnere sich an die Evergreen-Misere im Suezkanal.

Probleme gibt es bereits jetzt. „Wir wissen, momentan gibt es ein sehr wichtiges Antibiotikum, bei dem es Lieferschwierigkeiten bei einer Firma gibt“, bestätigt van Dellen. Hier können derzeit jedoch andere Produzenten aushelfen. Die Vorarlberger Apotheker decken sich vor allem über den Großhandel ein, dies helfe auch, mögliche Engpässe zu vermeiden. Der Apothekerpräsident rät davon ab, nun zuhause Depots anzulegen. „Wir haben das gesehen, als die Pandemie begonnen hat: Da gab es Lieferengpässe, da es Hamsterkäufe gab“, erinnert van Dellen. Man würde mit solchen Aktionen erst recht für Lieferschwierigkeiten sorgen, statt ihnen vorzubeugen.

Der Umstieg auf alternative Medikamente ist aufgrund von bürokratischen Hürden nicht gerade einfach. Langfristig müsse jedoch das Ziel sein, größere Teile der Produktion wieder zurück nach Europa zu holen. Doch auch innerhalb der Union müsse sich diese breiter streuen, um Abhängigkeiten zu mindern. Hinzu kommt, dass es innerhalb der EU kein einheitliches Preisgefüge gibt. Preisbindungen wie in Österreich kennt nicht jedes europäische Land. Es droht damit ein Wettbewerb um die verfügbaren Medikamente mit anderen Ländern, die bereit sind mehr zu zahlen, warnt der Apothekerpräsident.

Die ganze Sendung zum Nachsehen:

(VN/VOL.AT)

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