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Medien: Iran schickt 4.000 Elitesoldaten nach Syrien

Aktive Unterstützung Teherans für Syriens Präsident Assad wird immer offensichtlicher.
Aktive Unterstützung Teherans für Syriens Präsident Assad wird immer offensichtlicher. ©DAPD
Der Iran will 4.000 Elitesoldaten der Revolutionsgarden nach Syrien schicken. Was die russische Agentur Ria Novosti, der "Independent" und andere Medien bereits vor einigen Tagen berichteten, wurde am Dienstag auch aus syrischen Militärkreisen inoffiziell bestätigt.

“Es ist in der Tat so, dass wir logistische und personelle, aber auch finanzielle Unterstützung aus Teheran bekommen. Einerseits über den Arm der Hisbollah, andererseits auch direkt. Aber diese Hilfe ist nur ein zusätzlicher Hebel, um die Terroristen, die vom Westen Hilfe bekommen, zu bekämpfen”, meinte ein syrischer Offizier, der nicht beim Namen genannt werden will, gegenüber der APA.

Entscheidung fiel noch vor Wahl Rohanis

Nach Angaben der Medienberichte war die Entscheidung über die Entsendung der Truppen bereits vor der Wahl von Hassan Rohani als Nachfolger von Mahmoud Ahmadinejad getroffen worden. Die iranische Führung wolle Syriens Präsident Bashar al-Assad auf jeden Fall an der Macht bleiben lassen. Dazu werde man alle nötigen Schritte einleiten. Es werde auch nicht ausgeschlossen, dass auf den Golanhöhen eine neue syrische Front gegen Israel eröffnet werden könnte.

Der Iran selbst hat bisher stets vermieden, eine aktive Hilfe für den syrischen Verbündeten zuzugeben. “Unsere Brüder in Syrien sind durchaus in der Lage, die Rebellen selbst zu bekämpfen”, so die offizielle Linie der Führung. Der APA liegen Informationen vor, dass der Iran Syrien schon seit Monaten tatkräftig unterstützt.

Auf mehreren iranischen Webseiten werben die Anhänger des Obersten Geistlichen Führers Ayatollah Seyed Ali Khamenei Freiwillige für den Krieg in Syrien an. Die Freiwilligen werden gebeten, eine iranische Telefonnummer anzurufen oder für die Registrierung eine SMS zu verschicken.

Syrien ist wichtiger Verbündeter

Waren es 2009 noch syrische Sicherheitskräfte, die Teheran bei der Zerschlagung der Proteste unterstützten, so sind es nun iranische Bassij- und Revolutionsgardisten, die in Damaskus aushelfen. Zudem ist das sogenannte Perserviertel in Damaskus größer geworden, denn nicht unweit der Hauptstadt bilden beide Länder Sicherheitskräfte in Camps aus. Teheran liefert an Syrien auch Ausrüstung zur Bekämpfung von Aufständen sowie Geräte zur Kontrolle des Internets und zum Abhören von Telefongesprächen.

Diese Hilfestellungen des Irans sind allesamt nicht ganz uneigennützig. Ist doch Syrien das einzige Land unter den arabischen Staaten, das seit dem Bestehen der Islamischen Republik enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Gottesstaat unterhält. Die Kanäle reichen von Geld- und Waffentransfers an die libanesische Hisbollah und die palästinensische Hamas bis zu gemeinsamen Waffenkäufen.

Iran liefert Waffen

Ein Bericht der Vereinten Nationen hat enthüllt, dass sechs von neun gemeldeten Verletzungen des Verbotes konventioneller Waffenlieferungen aus dem Iran für Syrien bestimmt waren. In allen solchen Vorfällen waren die Waffen sorgsam verborgen, um eine Inspektion zu vermeiden und die Identität der Endnutzer zu verheimlichen.

Der internationale Streit um den seit März 2011 andauernden Bürgerkrieg in Syrien hat sich letzte Woche verschärft, nachdem Washington angekündigt hatte, die syrischen Rebellen mit Waffen versorgen zu wollen. Als Begründung gab man den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Führung an. Letztere wies die Anschuldigungen als “Lügen” zurück.

(APA)

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