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Mayer nach Unfall entlassen

Der österreichische Biathlon-Trainer Walter Mayer, gegen den die italienischen Behörden wegen Dopingverdachts ermitteln, ist am Sonntagabend in Kärnten in Polizeigewahrsam genommen worden.

Österreichs Biathlon-Trainer Walter Mayer, gegen den die italienischen Behörden nach Dopingvorwürfen Ermittlungen aufgenommen haben, hat am Sonntag einen Autounfall in Kärnten gehabt. Er blieb unverletzt und wurde in Polizeigewahrsam genommen.

Der 48-jährige Mayer hatte Sonntagabend in Paternion in seinem Auto geschlafen, die Polizei wurde von Anrainern darüber informiert, dass da “jemand in einem abgestellten Auto” sei. Beamte wurden ausgeschickt, um den Biathlon-Trainer zu kontrollieren. Als sie den Salzburger aufweckten und befragen wollten, startete dieser nach Angaben der Polizei sein Fahrzeug und raste davon. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Die Beamten riefen Verstärkung, eine Straßensperre wurde errichtet. Mayer raste ungebremst gegen ein abgestelltes Polizeiauto. Bei der Kollision wurden beide Autos total zerstört, Mayer blieb unverletzt, in dem Polizeifahrzeug hatte sich niemand befunden. Mayer wurde nach dem Unfall in Polizeigewahrsam genommen.

Alkotest verweigert
Walter Mayer hat die Aufforderung der Polizei, sich einem Alkotest zu unterziehen, verweigert. Dem 48 Jahre alten Salzburger wurde der Führerschein vorläufig abgenommen. Mayer hatte nach Angaben der Polizei bei der Kontrolle “deutliche Anzeichen von Alkoholisierung” gezeigt. Der Trainer hatte im Fahrzeug bei laufendem Motor geschlafen, als er von den Beamten geweckt wurde, raste er davon. Der Trainer wird laut Staatsanwaltschaft Klagenfurt auf freiem Fuß angezeigt werden. Er muss sich unter anderem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verantworten, zudem gilt er nach der Verweigerung des Alkotests als Autolenker mit mindestens 1,6 Promille Alkohol im Blut. Dem 48 Jahre alten Salzburger wurde der Führerschein vorläufig abgenommen.

Fristlose Entlassung
Der Österreichische Skiverband (ÖSV) entließ Mayer fristlos. Das gab ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel am Sonntagabend in Sestriere bekannt. Grund dafür sei der Unfall des Salzburgers in Kärnten. Für Schröcksnadel war alleine der Autounfall nach verweigertem Alko-Test – der entschwundene Mayer war angeblich auf dem Weg zurück nach Turin, um die Sache aufzuklären – Grund genug, um eine sofortige Entlassung anzukündigen. “Das ist unentschuldbar. Wer so etwas tut, kann kein Vorbild mehr sein”, sagte Schröcksnadel. Mayer war schon nach der Affäre in Salt Lake City vom ÖSV fristlos entlassen worden, hatte nach einer einstweiligen Verfügung aber wieder eingestellt werden müssen. An sich ist Sportdirektor Markus Gandler für die Langläufer sowie die Biathleten, die in Österreich zum ÖSV gehören, zuständig.

Am Samstagabend hatte die italienische Polizei die Olympia-Quartiere der ÖSV-Langläufer und -Biathleten durchsucht, nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur Verdachtsmomente gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee geäußert hatte. In deren Mittelpunkt stand Mayer, der nach der “Blutbeutel-Affäre” 2002 in Salt Lake City bis inklusive 2010 von Olympischen Spielen ausgeschlossen ist, bei den Spielen in Turin aber als Privatperson anwesend war. Bis nach Mitternacht ermittelten bis zu 30 Beamte in den privat angemieteten Häusern der Athleten.

Bundeskanzler Schüssel sprach sich am Sonntagabend klar gegen Doping und auch gegen das Erscheinen von Walter Mayer in Turin aus. Es sei “empörend”, dass Mayer, der von den Olympischen Spielen bis 2010 ausgeschlossen wurde, “damit die Mannschaft ins Zwielicht bringt”.

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