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Max Herre wollte bei Soloalbum "niemand auf meine Bettkante setzen"

©maxherre.com
Mit seinem Stuttgarter "Freundeskreis" stand Max Herre für deutschen Edel-HipHop und Hitparadenerfolge wie "A-N-N-A" (1997).
Der Freundeskreis-Hit A.N.N.A. - Clip
Max Herre ft. Joy Denalane - "Mit dir" live
Max Herre - "Mein Song"

Und seine Ehe mit Soul-Sängerin Joy Denalane schien vielen als Romantik-Bastion im beziehungsfeindlichen Showbusiness. Doch 2007 trennten sich die beiden. Am Freitag erscheint nun Max Herres Soloalbum “Ein geschenkter Tag” (Sony Music), ein stilles, weit vom HipHop entferntes Songwriteralbum mit intimen Texten. Sorge, dass die Songs nun ausschließlich in Richtung Beziehungsverarbeitung gedeutet werden, hat Herre keine: “Es ist, was es ist”, sagt er im APA-Gespräch. “Viele Songs, die vermeintlich mit Trennung zu tun haben, können auch auf andere Formen von Aufbruch hin interpretiert werden.”

Die Entstehung seines zweiten Soloalbums war “nicht nur ein rein selbsttherapeutischer Prozess”, sagt Herre. “Es ging um Verarbeiten und zwar so, dass ich das Ergebnis dann auch mit anderen teilen will. Ich wollte niemand auf meine Bettkante setzen.” Viele der Songs sind in Herres Wohnung entstanden, “ganz klassisch an der Gitarre”, und so wurde “Ein geschenkter Tag” ein “besinnlicheres, ruhigeres Album”.

Und vor allem ein Album, das wenig mit HipHop zu tun hat, wie man das Genre einst verstanden hat. Soul an der Wende von den 60er zu den 70er Jahren, Songwriter-Melodien, Funk – und das alles von Hand und live im Studio eingespielt machen “Ein geschenkter Tag” aus. Insgesamt ist es ein ansprechender und fein ziselierter, aber weder zeitlich noch örtlich leicht zu verortender Klang, der sich unter Herres einschmeichelnde, gezogene Stimme legt. Dass das für viele überraschend oder gewöhnungsbedürftig sein wird, ist Herre klar: “Es ist nicht unbedingt das, was man erwartet. Es ist keine Platte, die man einmal hört und dann funktioniert sie. Da kann es schwierig sein, schnell eine Schublade zu finden. Aber ich bin geduldig.”

Dafür ist es leicht, die Trennungsthematik wiederzufinden. “Der Abspann läuft/alle haben es mitangesehen”, heißt es im Song “Blick nach vorn”, “mit jedem Schlag, der dich taumeln lässt/Blick nach vorn”. “Lies die Scherben von gestern auf/Und merk sie gehen nicht mehr zusammen/Ich lass dich los”, heißt es in “Scherben”, “vielleicht verstehen wir es irgendwann”. Doch Herre betont, dass es dabei nicht nur um ihn geht. “Das ist sehr allgemeingültig. Es ist ja nicht so, dass die Menschen das nicht kennen.” Wie die Kritiker die Platte interpretieren, ist “nicht wichtig. Klar, man wünscht sich, dass man so verstanden wird, wie man verstanden werden will. Ich freue mich, wenn Leute das Album wertschätzen. Es ist die Platte, die ich machen wollte.”

Nach einer Trennung steht auch immer die Frage nach dem gemeinsamen Freundeskreis im Raum. Die Band “Freundeskreis” (“Quadratur des Kreises”) werde jedenfalls kein erneutes Revival erleben, sagte Herre. Der Auftritt zum Zehn-Jahr-Jubiläum des “Splash”-Festivals 2007 “war ein schöner Abschluss. Wir waren Headliner, und sogar die ‘Roots’ spielten vor uns. Da kann man schlecht ‘nein’ sagen. Es war total schön, aber schon damals kamen wir von unseren eigenen Planeten wieder zusammen. Wir sind zu sehr Musiker, um eine Marke, die wir geschaffen haben, einfach zu verwalten.”

Hat der Schritt weg vom deutschen Sprechgesang hin zu gesungenen Melodien mit der Entwicklung im deutschen HipHop zu tun? “En gros hat sich dieses Genre ein bisschen totgelaufen”, sagt Herre. “Viele der Leute, die da jetzt reingehen, sind keine Musiker.” Es wirke sich auf das Niveau aus, “wenn das nur Leute machen, die zwar eine Story haben, aber kein musikalisches Werkzeug”, so Herre, der aber betont: “Es gibt auch immer wieder Sachen, die ich musikalisch gut finde.” Auch inhaltlich übt Herre Kritik: Er hat starke Vorbehalte gegen die “Romantisierung und Unaufrichtigkeit” im deutschsprachigen Gangsta-Rap. “Es gibt Musiker in Frankreich, die ihre Situation kritisieren anstatt diese zu glorifizieren. Auch Plattenfirmen haben angefangen, Rap so zu formatieren. Es gab nicht mehr die Vielfalt an Geschichten, und damit identifiziere ich mich nicht. Das ist eine andere Generation mit einem anderem Lebensgefühl.”

S E R V I C E – http://www.maxherre.de

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