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Matura: Wie zentral ist die Zentralmatura?

Am 9. Mai erfolgt erstmals an allen Oberstufenschulen im Land der Startschuss zur Zentralmatura.
Am 9. Mai erfolgt erstmals an allen Oberstufenschulen im Land der Startschuss zur Zentralmatura. ©APA/DPA
Am 9. Mai gibt es erstmals an allen österreichischen allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) einheitliche Angaben bei der schriftlichen Matura - allerdings nur an dem Tag, an dem das Fach Deutsch abgeprüft wird. Die oft "Zentralmatura" genannte neue Reifeprüfung ist nur in Teilbereichen wirklich zentral und noch seltener einheitlich.

Heuer stellen sich rund 19.000 Kandidaten an AHS und 21.500 an BHS dem schriftlichen Teil der neuen Reifeprüfung. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist eigentlich zentral an der neuen Reifeprüfung?

Ein Teil der Matura, nämlich die Mehrzahl der schriftlichen Klausuren, wird zentral vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) vorgegeben – das heißt aber nicht, dass die Fragen für alle Schüler gleich sind. Ebenfalls zentral vorgegeben werden einheitliche Beginnzeiten (08.30 Uhr) sowie die Korrekturschlüssel, verbessert werden die Arbeiten aber von den Klassenlehrern. Die beiden anderen Matura-Teile – also die Themen der vorwissenschaftlichen Arbeiten (AHS) bzw. Diplomarbeiten (BHS) sowie die mündliche Matura – werden weiter direkt an der Schule vereinbart bzw. vorgegeben.

Warum spricht man dann von Zentralmatura?

Der Begriff hat sich in der langjährigen Diskussion um das neue Reifeprüfungsmodell eingebürgert. Offiziell heißt die neue Matura “Standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung” (AHS) bzw. “Standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung” (BHS).

Es gibt keine einheitliche schriftliche Reifeprüfung für alle Schulen?

Doch – allerdings nur in einem Fach: Die Maturaangaben im Fach Deutsch sind für alle AHS und BHS gleich.

Worin unterscheiden sich die Maturaangaben in den Fächern?

An den AHS sind die Unterschiede in den Aufgaben durch die unterschiedliche Ausbildungsdauer in den Fremdsprachen bedingt: Je nachdem, ob also etwa Latein vier oder sechs Jahre gelernt wurde, gibt es unterschiedliche Maturaaufgaben. In der Mathematik sind zumindest innerhalb der AHS die Aufgaben ident.

Bei den BHS wird es wesentlich komplizierter: In den lebenden Fremdsprachen gibt es sowohl gemeinsame Teile für AHS und BHS als auch BHS-spezifische und innerhalb der einzelnen BHS wiederum schultypenspezifische Aufgaben. In der (angewandten) Mathematik sind die Aufgaben von AHS und BHS komplett unterschiedlich: Innerhalb der BHS gibt es außerdem einen gemeinsamen Teil für alle Typen (Höhere technische Lehranstalten/HTL, Handelsakademien/HAK, Humanberufliche Schulen/HUM, Bildungsanstalten für Kindergarten- bzw. Sozialpädagogik/BAKIP bzw. BASOP, Höhere Schulen für Land- und Forstwirtschaft/HLFS) sowie einen zweiten Teil, der je nach Schultyp unterschiedlich ist. Insgesamt sind es sogar zehn Varianten (sechs für die unterschiedlichen HTL-Formen und je eine für HUM, HLFS, HAK und BAKIP/BASOP).

Wie viele unterschiedliche Prüfungshefte gibt es dann?

71 (38 an den AHS, 33 an den BHS)

Warum so kompliziert?

Weil sich die Lehrpläne je nach Schultyp unterscheiden bzw. um unterschiedliche Lerndauern und Ausbildungsschwerpunkte zu berücksichtigen.

(APA)

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