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Matthias Hartmann vor seinem Stellenantritt an der Burg

Im Herbst 2009 wird Matthias Hartmann, derzeit noch Chef des Schauspielhauses Zürich, Direktor des Wiener Burgtheaters. Die Nachrichtenagentur APA traf ihn im Schiffbau in Zürich, wo er seine vorletzte Inszenierung erarbeitet.

APA: Sie kommen gerade von den Proben zu Thomas Bernhards Stück «Immanuel Kant», das im Januar Premiere feiert. Das ist bereits die zweite von drei Produktionen, die Sie in dieser Saison in Zürich selbst inszenieren. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für Wien. Wie schaffen sie das?

Hartmann: Das ist mein normales Pensum. Dass es jetzt wirklich viel geworden ist, liegt daran, dass ich in Wien mit «Faust» beginne. Das braucht eine andere Vorbereitungsenergie als irgendein Stück.

Wien schätzt Theater mehr als Zürich

APA: Wie oft sind Sie in Wien?

Hartmann: Oft, sehr oft. Ich habe schon einen Vielfliegerstatus.

APA: Haben Sie mittlerweile ein gewisses Gespür für die Stadt bekommen?

Hartmann: Es gibt in Wien fundamentale Unterschiede zu dem, was ich in Zürich erlebt habe: Für die Zürcher ist das Theater «nice to have» und war interessanterweise immer ein Schleudersitz für die Direktoren. Bis auf ganz wenige und mich sind alle gegangen worden. In Wien ist das anders, das Theater steht eindrücklich und ehrfurchtsgebietend im Zentrum. Und dem Haus wird – auch vom Publikum – eine gewisse soziale Kompetenz zugedacht.

Finanzkrise ist gut fürs Theater

APA: Inwiefern werden Sie das erfüllen?

Hartmann: Ich kann mir vorstellen, dass sich die Welt jetzt gerade noch einmal so verändert wie 1968. Damals haben wir gelernt, was böse ist und was gut. Und heute kollabiert gerade mal das ganze Glaubenssystem. Die Finanzkrise bedeutet eine unmittelbare Hochkonjunktur für die Kunst. Das Theater kriegt dadurch nochmals eine andere Sinnschärfe. Die Wiener, die Österreicher tragen diese Verantwortung an uns heran, und wir müssen uns dem stellen.

APA: Braucht man dazu mehr Uraufführungen?

Hartmann: Komischerweise sind die Klassiker manchmal geeigneter über die Gegenwart zu berichten. Deshalb sind sie Klassiker geworden, weil sie die aufrichtigsten und die gültigsten Werke sind. Aber auch Botho Strauss oder Thomas Bernhard sind in dieser Hinsicht Klassiker. Nehmen wir aber nur «Faust»: In Teil Zwei wird gerade das Papiergeld erfunden, Wagner arbeitet am künstlichen Menschen. Das ist aktueller denn je.

 

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