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Masern-Epidemie: "Nur noch eine Frage der Zeit bis es Vorarlberg trifft"

Wann erreicht die Masern-Epidemie Vorarlberg?
Wann erreicht die Masern-Epidemie Vorarlberg? ©APA/MUTZ
In den vergangenen Wochen traten mehr Masernfälle in Österreich auf, als im gesamten Jahr 2016. Bis jetzt wurden schon 54 Masernfälle gemeldet. Davon 25 allein in Niederösterreich. Doch wie sieht die Situation in Vorarlberg aus. Der Abteilungsleiter für Sanitätsangelegenheiten beim Land Vorarlberg, Wolfgang Grabher, sagt im VOL.AT-Gespräch, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Masern-Epidemie Vorarlberg erreicht.

Nicht nur in Österreich, sondern auch in der Schweiz, erkrankten in den vergangenen zwei Monaten vermehrt Menschen an Masern. Die Viruserkrankung ist weltweit verbreitet und meldepflichtig.

Erst ein Fall in Vorarlberg

wolfgang-grabher
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2017 gab es in Vorarlberg nur einen gemeldeten Fall. Dabei reiste eine Touristin aus Deutschland bereits mit Masern nach Vorarlberg. Der Frau ging es bei ihrem Aufenthalt im Ländle so schlecht, dass sie ihr Zimmer nicht verlassen konnte. Aus diesem Grund kam es zu keinen Sekundarfällen. Dennoch ist sich der Abteilungsleiter für Sanitätsangelegenheiten vom Land Vorarlberg, Wolfgang Grabher, sicher, dass “es nur noch eine Frage der Zeit ist”, bis es zu weiteren Masernerkarnkungen kommt. Sobald in Vorarlberg ein Kind an Masern erkrankt, werden wie in den anderen Bundesländern Sekundarfälle auftreten.

 

 

Der Verlauf der Erkrankung

Masern wird über Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei handelt es sich um eine der ansteckendsten Viruserkrankungen überhaupt. Normalerweise beträgt die Inkubationszeit acht bis zehn Tage. Die Zeit zwischen dem Kontakt mit der Erkrankung und dem Ausbruch führt zum katarrhalischen Stadium. Dieses Stadium zeigt sich mit unspezifischen Symptomen, wie Fieber, Husten, Schnupfen und gerötete Augen. Rund zwei Wochen nach dem Kontakt tritt der Hautausschlag auf, das sogenannte Masernexanthem. Es sind bräunlich-rosafarbene Flecken, welche ineinander übergehen. 18 Tage können vergehen, bis das erste Mal Fieber auftritt. Vier Tage vor bis vier Tage nach dem Auftreten des Masernexanthems ist die Erkrankung ansteckend. In 0,1 Prozent der Fälle kann dieses zur gefürchteten Entzündung im Gehirn führen. Dieser schwere Verlauf der Masern kann sogar tödlich enden.

 

Bernhard Jochum rät zur Impfung

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Der Vorarlberger Impfreferent und Kinderarzt Bernhard Jochum empfiehlt allen Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. “Wir wissen, dass wir nicht wenige Komplikationen bei der Masernwilderkankung haben. Das heißt, dass man die Masern durchmacht, ohne geimpft zu sein”, so der Profi. Am besten werden die Kinder im zehnten Lebensmonat das erste Mal gegen Masern geimpft. Die zweite Impfung erfolgt dann zwei Monate später. Schon nach der ersten Impfung sind die Kinder gegen die Masernviren geschützt. Dennoch ist es notwendig, dass die zweite Impfung innerhalb eines Jahres erfolgt.
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