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Martin kein "Krone-Mann"

Einen „Zeitungskandidaten“ - so der Politologe Peter Filzmaier - will sich Hans Peter Martin trotz Unterstützung durch die „Krone“ nicht nennen lassen.

„Das ist absoluter Blödsinn. Es gibt auch keine Vereinbarung mit der Kronen Zeitung“, sagt Martin. Dass die von der „Krone“ gepushte Spesen-Debatte mittlerweile vom Swoboda-Brief und den Sanktionen aus den Schlagzeilen verdrängt wurde, stört Martin nach eigenen Angaben nicht.

Abseits der „politischen Klasse“ sei der Swoboda-Brief nämlich kein Thema, glaubt Martin: „Ich komme gerade von einem Wahlkampftag im Burgenland zurück. Kein Mensch spricht dort von diesem Brief des Herrn Swoboda vor vier Jahren.“ Die Spesen-Debatte hingegen „wächst sogar unabhängig von Schlagzeilen. Weil wir auf eine große Krise der Demokratie in Europa zusteuern.“

Für die EU empfiehlt Martin eine Verfassung nach Vorbild der USA, mit einer Regierung an Stelle der Kommission und einem starken Parlament: „Europa kann nur funktionieren, wenn es stärkere Regionen gibt, darüber das leichte, aber sehr stabile Dach für Europa und dazwischen die Nationalstaaten weitestgehend verschwinden – außer sie sind in der Größe mit einer Region gleich zu setzen, a la Luxemburg. Ich sehe kaum eine sinnvolle Zukunft für den Nationalstaat Deutschland. Und das gleiche gilt für den Nationalstaat Österreich.“

Mit Jörg Haider will sich Martin trotz Spesen-Kampfes nicht vergleichen lassen: Ihm gehe es ja darum, „dass die, die auf Fremdenhass setzen, diesen Privilegienstadel nicht benützen können“. Hätte „einer wie ich“ auch die früheren Privilegien in der Arbeiterkammer aufgedeckt, „dann hätte es ein radikaler Rechtspopulist wie Jörg Haider damals in Österreich viel schwerer gehabt“, glaubt Martin.

Sein Wahlkampfbudget ist laut Martin bescheiden: „Bisher zahlt sich jeder alles selbst. Zum Beispiel haben wir bereits 377 Euro für Flugzettel ausgegeben, 1.300 Euro hat das Plakat gekostet. Da kommt sicher einiges zusammen, aber es wird bescheiden bleiben.“ Eine Kandidatur bei einer nationalen Wahl ist für Martin übrigens “überhaupt nicht in meinem Blickfeld“. Schließlich hätten ihn seit jeher die internationalen Zusammenhänge interessiert.

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