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Marilyn Monroe wäre 80

...und wenn sie nicht gestorben wäre, dann lebte sie noch heute. 80 Jahre würde Marilyn Monroe am Donnerstag, 1. Juni.

Doch sie bleibt auf ewig 36 – so alt war sie zum Zeitpunkt ihres Selbstmordes beziehungsweise ihrer Ermordung durch die CIA/die Mafia/die Kennedys, wie verschiedene Theorien lauteten. Ihr früher und legendenumwobener Tod hat ihren Status als Filmikone des Jahrhunderts gesichert. Die Monroe symbolisiert Amerika wie sonst höchstens noch Elvis, James Dean, Coca Cola oder der Marlboro-Mann.

Ihr Leben ist in 300 Biografien erzählt worden: Es begann am 1. Juni 1926 als gebürtige Norma Jean Baker in Los Angeles. Das uneheliche Kind einer Cutterin verbrachte den größten Teil seiner Kindheit bei Pflegeeltern und in einem Waisenhaus. Sie war Fabrikarbeiterin, als sie als Model entdeckt wurde. Nach der ersten gescheiterten Ehe machte sie sich als 20-Jährige nach Hollywood auf, färbte ihre Haare wasserstoffblond und wurde rasch zum Mega-Star. Marilyn verzückte das Publikum als naive Schönheit in „Blondinen bevorzugt“, „Wie angelt man sich einen Millionär?“ und „Das verflixte siebente Jahr“.

Doch die Rolle der einfältigen Blondine genügte ihr nicht, sie wollte als ernsthafte Schauspielerin anerkannt werden. Nach einer weiteren gescheiterten Ehe mit Baseball-Star Joe DiMaggio ging sie nach New York, nahm Schauspielunterricht und gründete ihre eigene Produktionsfirma. Ihr Durchbruch erfolgte 1950 in „Alsphalt Jungle“ von John Huston. Die von ihr produzierten Filme „Bus Stop“ (1956) und „Der Prinz und die Tänzerin“ (1957) bewiesen zwar ihr vielseitiges Talent, konnten aber an die früheren Erfolge nicht anknüpfen. So war sie bald wieder als süße Blondine zu sehen – in Billy Wilders „Manche mögen’s heiߓ (1959), für viele die beste Filmkomödie aller Zeiten.

Ihr vergebliches Bemühen, das Image des naiven Blondchens abzuschütteln, war Teil von Marilyns Tragik – ebenso wie die vergebliche Suche nach Halt in einer dauerhaften Beziehung. Nachdem auch ihre dritte Ehe mit dem Dramatiker Arthur Miller in die Brüche ging, begab sie sich in psychiatrische Behandlung. Zur Arbeit erschien sie immer unregelmäßiger, und ihr letzter Film blieb „Misfits“ von John Huston, zu dem Arthur Miller das Drehbuch schrieb (1961). Während der Dreharbeiten zum darauf folgenden „Something’s Got To Give“ wurde sie sogar gefeuert. Einen Monat später war sie tot.

Marilyn Monroe war der Filmstar schlechthin – auch deshalb, weil sie ihren Zauber ausschließlich auf der Leinwand entfalten konnte. Im Theater hätte sie kläglich versagt. Der zutiefst unsichere Star musste beim Drehen einzelne Sätze bis zu 59 Mal wiederholen, bevor Betonung und Artikulation endlich stimmten. So viel Geduld bringt nur die Kamera auf. Dazu kam ihre berüchtigte Disziplinlosigkeit. Eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen sie pünktlich am Drehort erschien, war ein Studiobesuch des sowjetischen Präsidenten Nikita Chruschtschow. Der Regisseur Billy Wilder bemerkte daraufhin, man müsse Chruschtschow unbedingt zum Produktionsleiter machen.

Wie heutige Superstars aus der Retorte war Marilyn Monroe bereits eine von den Studiobossen erfundene Kunstfigur samt Schönheitsoperationen an Nase und Kinn. Ihre erotische Sprechweise mit den weggehauchten Vokalen war das Ergebnis eines intensiven Trainings zur Überwindung ihres Stotterns. Die private Marilyn Monroe hatte mit dem Image des blonden Vamps und Dummchens wenig gemein. Sie stöberte gern in Buchläden herum und nahm auch schon mal einen Rilke-Band mit. Sie gründete als eine der ersten Schauspielerinnen Hollywoods eine eigene Produktionsgesellschaft. „In Wahrheit war sie eine hoch intelligente Frau“, stellte einmal die deutsche Monroe-Expertin Heidi Draheim klar.

Die Rolle, die sie auch jenseits des Sets spielen musste, wurde ihr mit der Zeit unerträglich. „Ich schleppe Marilyn Monroe mit mir herum wie eine schwere Last“, klagte sie.

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