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Mann wusste über ein Jahr nichts von seinem Krebs

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wusste ein Spitalspatient des Wiener Hanusch-Krankenhauses mehr als ein Jahr lang nichts von seiner eigenen Krebserkrankung.

Der heute 52-Jährige war nach einer Hämorrhoiden-Operation als geheilt entlassen worden. Der zu diesem Zeitpunkt schon fertige Befund, der einen Tumor diagnostizierte, erreichte ihn allerdings nie. Ein dreizeiliger Brief, in dem das Wiener Hanusch-Krankenhaus ihm riet, im „eigenen Interesse“ die Ambulanz „zur Befundbesprechung noch einmal aufzusuchen“, war an eine Adresse in der Nähe seiner tatsächlichen Wohnung adressiert gewesen, die lebensgefährliche Diagnose nicht eingeschrieben versendet worden. Weitere Anstrengungen, den Patienten über seine Krankheit zu informieren, wurden nicht unternommen. Erst als der Austro-Chinese, der in seinem ursprünglichen Heimatland selbst Facharzt für Röntgen war, sich fast 15 Monate später wegen Rückenbeschwerden untersuchen ließ, wurde er von seinem – zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschrittenen – Krebsleiden in Kenntnis gesetzt.

Der Krebs ist mittlerweile inoperabel, eine Heilung des Familienvaters scheint ausgeschlossen.

Der ärztliche Leiter des Hanusch-Spitals, Klaus Klaushofer, bedauert den Vorfall, will aber die Verschuldensfrage noch nicht präjudizieren. „Es ist noch nicht geklärt, ob tatsächlich ein Verschulden des Hauses vorliegt“, heißt es außerdem aus der Rechtsabteilung der Wiener Gebietskrankenkasse, dem Krankenhausträger. Denn das Wiener Krankenanstaltengesetz schreibt nicht explizit vor, dass die Verständigung des Patienten „nachweislich“ – also beispielsweise eingeschrieben – zu erfolgen hat. Dementsprechend ist noch nicht klar, ob es Schadenersatz oder Schmerzensgeld für den Patienten gibt.

Die Wiener Patientenanwaltschaft ist empört und spricht sich für eine Gesetzesänderung aus.

(Quelle: “profil”-Redaktion)

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