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Mankell verbrannte Buchmanuskript

Der Bestseller-Autor Henning Mankell hat vor zehn Jahren ein Roman-Manuskript aus eigener Feder vernichtet. Er habe die Schilderung eines Kindesmissbrauchs darin emotional nicht mehr ertragen können.

Deshalb habe der Schwede das Manuskript verbrannt, sagte der 58-jährige Schwede der Nachrichtenagentur AP. „Heute bedauere ich das, aber ich habe das Buch unwiederbringlich vernichtet“, betonte Mankell, der zu den weltweit meistgelesenen Krimi-Autoren zählt.

Ohnehin hat der Schriftsteller oft Schwierigkeiten bei der Schilderung brutaler Verbrechen: „Das Schreiben fällt mir dann sehr schwer, und gewalttätige Szenen sind für mich eine Tortur.“ Allerdings sei die Wirklichkeit immer noch viel brutaler, sagte Mankell: „Die schrecklichen Dinge, die in der Realität passieren, könnte ich mir niemals ausdenken.“

Die weltweite Auflage seiner Bücher beträgt mittlerweile rund 30 Millionen Exemplare, und seinen kommerziellen Erfolg weiß Mankell durchaus zu schätzen. „Ich verdiene eine Menge Geld, aber ich zahle in Schweden auch viel Steuern“, betonte er. Wichtiger als Geld sei ihm jedoch die Wertschätzung seiner Leser in aller Welt.

Den Erfolg verdankt Mankell insbesondere seinen Krimis mit Kommissar Kurt Wallander. Er bestreitet jede Ähnlichkeit mit seiner Hauptfigur, die von Alkoholsucht, sexuellen Fantasien und Übergewicht geplagt wird. „Wallander und ich haben nur drei Dinge gemeinsam: das gleiche Alter, viel Arbeit und die Liebe zu italienischen Opern“, erklärte Mankell. Mit dem Kommissar könnte er nicht befreundet sein: „Dafür hat er zu viele merkwürdige Eigenschaften, und die habe ich nicht, wie ich meine.“

Fernsehzuschauer können den Kommissar im Sommer ausgiebig studieren, denn dann startet die ARD mit „Mankells Wallander“, eine Reihe von 13 neuen Spielfilmen nach den Geschichten des schwedischen Krimi-Meisters. Den Auftakt macht am 2. Juni mit „Vor dem Frost“ die Verfilmung des gleichnamigen Romans. Neuer Wallander-Darsteller ist Krister Henriksson. Er ermittelt gemeinsam mit seiner Tochter Linda (Johanna Sällström) und dem neuen Kollegen Stefan Lindman (Ola Rapace).

Danach folgen „Tod in den Sternen“ (3. Juni) und „Eiskalt wie der Tod“ (5. Juni). Die weiteren Folgen werden laut ARD voraussichtlich ab Dezember gesendet. Alle Filme wurden an den Originalschauplätzen in Schweden gedreht. Mankell war selbst dabei und ist vom Ergebnis angetan. „Ich mag die Filme. Sie erzählen meine Geschichten auf einem hohem Niveau“.

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