Malawier nach bezahlter Entjungferung von 100 Mädchen festgenommen

Mann mit Aids-Virus infiziert.
Mann mit Aids-Virus infiziert. ©AP/Themenbild
Die Polizei im südostafrikanischen Malawi hat einen mit dem Aids-Virus infizierten Mann inhaftiert, der dafür bezahlt wurde, in einer Art Initiationsritus junge Mädchen zu entjungfern. Eric Aniva sei seit Montag in Haft, bestätigte der Polizeichef des südmalawischen Bezirks Nsanje, Gift Lapozo, am Dienstag.

Der etwa 40-Jährige hatte vergangene Woche im britischen Rundfunksender BBC berichtet, dass er auf Wunsch der Eltern mit mehr als 100 Mädchen geschlafen habe. Das wenig bekannte Ritual wird im Süden Malawis praktiziert, um Mädchen auf ihre Rolle als “gute Hausfrauen” vorzubereiten. Dafür müssen sie unmittelbar nach ihrer ersten Menstruation entjungfert werden. So sollen nach dem Aberglauben Krankheiten und andere Unglücke von ihren Familien und Dörfern ferngehalten werden. Nach Angaben Anivas waren einige der Mädchen erst zwölf oder 13 Jahre alt.

Vier bis sieben Dollar für Entjungferung

Die Eltern hätten ihm vier bis sieben Dollar (umgerechnet rund 1,80 bis 6,40 Euro) bezahlt, um den Geschlechtsakt zu vollziehen, berichtete Aniva, der selbst zwei Frauen hat. Nach seinen Angaben werden Männer aufgrund ihres guten Charakters als sogenannte Hyänen ausgewählt. Wie lange der HIV-Infizierte selbst als “Hyäne” praktizierte, war unklar. Nach seinen Worten verbietet die Tradition den Gebrauch von Kondomen.

Lebenslange Haft droht

Nach dem BBC-Interview hatte Malawis Präsident Peter Mutharika Anivas Festnahme sowie Ermittlungen zur Rolle der beteiligten Eltern gefordert. “Schädliche kulturelle und traditionelle Praktiken dürfen nicht hingenommen werden”, erklärte der Präsident. In Malawi, das eine der höchsten Aids-Raten der Welt aufweist, steht Sex mit unter 16-Jährigen unter Strafe. Im Falle eines Schuldspruch droht Aniva lebenslängliche Haft.

(APA)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Malawier nach bezahlter Entjungferung von 100 Mädchen festgenommen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen