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Malaria tötet jährlich 800.000 Kinder

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Trotz Fortschritten beim Kampf gegen die Malaria sterben weltweit immer noch jedes Jahr eine Million Menschen an der Tropenkrankheit. 80 Prozent der Malariatoten sind Kinder unter fünf Jahren in Afrika südlich der Sahara.

Dies zeigt ein neuer UNICEF-Bericht, der heute, Mittwoch, in Seattle in den USA veröffentlicht wird. Zwar habe sich in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Versorgung der Bevölkerung mit Moskitonetzen verbessert. Aber vor allem in armen ländlichen Gebieten schlafen die meisten Kinder noch immer ohne Schutz vor Moskitos, die den Malariaerreger übertragen. Wenn die Netze flächendeckend verwendet würden, könnte die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren in Afrika südlich der Sahara um 18 Prozent gesenkt werden, ist UNICEF überzeugt.

Auch die medizinische Versorgung sei weiterhin unzureichend. Nur jedes dritte an Malaria erkrankte Kind erhalte Medikamente. Oft werde auch noch der veraltete Wirkstoff Chloroquin verabreicht, gegen den die Erreger Resistenzen entwickelt haben. Neue lebensrettende Kombinationspräparate auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin seien aber immer noch bis zu zehnmal teurer als Chloroquin.

Der UNICEF-Bericht hält als ersten Erfolg fest, dass inzwischen fast alle afrikanischen Länder ihre Gesundheitspolitik geändert haben und den Einsatz moderner Medikamente unterstützen. In Äthiopien, Burundi und Sudan hat UNICEF eine maßgebliche Rolle bei der Versorgung mit Malariamedikamenten. “Malaria tötet jedes Jahr 800.000 Mädchen und Buben, bevor sie fünf Jahre alt werden”, sagte UNICEF-Direktorin Ann Veneman. “Malaria unter Kontrolle zu bringen, ist entscheidend – für die Kinder ebenso wie für die wirtschaftliche Entwicklung in den am stärksten betroffenen Ländern. Malaria trifft vor allem die ärmsten Familien und trägt zu ihrer weiteren Verarmung bei.”

Mit Insektenschutzmitteln imprägnierte Moskitonetze sind laut Organisation der beste Schutz vor Malaria. Der UNICEF-Bericht dokumentiert einen deutlichen Anstieg der Herstellung und Verteilung von imprägnierten Moskitonetzen im Zeitraum von 2004 bis 2006. Die jährlichen Produktionsraten sind von 30 auf 63 Millionen Netze gestiegen. UNICEF ist weltweit der größte Beschaffer und Lieferant und stellte allein im Jahr 2006 fast 25 Millionen Netze zur Verfügung. Über 90 Prozent davon werden kostenlos an schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren verteilt, die übrigen werden gegen eine geringe Kostenbeteiligung abgegeben.

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