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Makler sehen Schuld an Mietpreisen bei Angebot und Steuerbelastung

Vorarlbergs Mieter und Wohnungssuchende stöhnen unter den hohen Preisen.
Vorarlbergs Mieter und Wohnungssuchende stöhnen unter den hohen Preisen. ©VOL.AT/Hofmeister
Schwarzach - Vorarlbergs Makler wehren sich gegen das öffentliche Bild, allein für die Mietpreisentwicklung verantwortlich zu sein. Schuld seien vielmehr das knappe Angebot und die hohe Steuerbelastung der Vermieter.
"Viele sind nur auf's große Geld aus"

Schwarzach – Vorarlbergs Makler wehren sich gegen das öffentliche Bild, allein für die Mietpreisentwicklung verantwortlich zu sein. Schuld seien vielmehr das knappe Angebot und die hohe Steuerbelastung der Vermieter. Ganz Vorarlberg stöhnt unter den steigenden Mietkosten. Vor allem die Provisionen für den beauftragten Makler sorgen oft für Unmut unter den potentiellen Mietern. Diese wollen jedoch nicht als Sündenböcke für die Preisentwicklung herhalten.

Wohnungspreis hängt von vielen Faktoren ab

»Der Preis für eine Wohnung ist von sehr vielen Faktoren abhängig«, erklärt Claudia Sohm von WBS Immobilien. Neben dem zunehmenden Mangel an Baugrund und den seitens der Bauträger genau einzuhaltenden Richtlinien zählen auch Steuern zu den Preistreibern im Mietbereich.

Elmar Hagen, Innungsmeister der Kammer für Immobilien und Vermögenstreuhänder, verweist ebenfalls auf eine hohe Steuerbelastung in Österreich. So schlagen die Vermietung des Wohnbereiches mit 10 Prozent sowie die Vermietung von Garagenstellplätzen und Heizkosten mit 20 Prozent Umsatzsteuer zu Buche. Zusätzlich sind Mieteinnahmen einkommenssteuerpflichtig. Hinzu kommen dann noch die Renditeerwartungen der Wohnungseigentümer. »Das Maklerhonorar ist in Summe nur ein kleiner Teil der Kosten«, verteidigt Sohm ihren Berufsstand.

»Sehe viele enttäuschte Gesichter«

Dass das Maklerhonorar zu hoch sei, verneinen beide. »Eine Immobilienfirma hat, wie es auch richtig im Wann&Wo-Interview heißt, Kosten für Personal etc. zu tragen«, verweist Hagen auf die eigenen Kosten der Maklerbüros. »Wir leisten Arbeit, für die wir wie jeder andere auch bezahlt werden wollen«, sagt Sohm. Erst vor wenigen Jahren sei die gesetzliche Provisionshöhe von drei Bruttomonatsmieten auf zwei gesenkt worden. »Dies hat zu erheblichen Problemen in der Branche geführt, vor allem in den Ballungsgebieten und speziell in Wien. Dort haben einige Firmen finanzielle Probleme bekommen und sich verkleinern müssen«, betont Hagen. In Vorarlberg seien bereits damals nur zwei Monatsmieten als Provision üblich gewesen.

Auch, dass die Makler von den hohen Preisen profitieren, will Sohm nicht gelten lassen. »Ich als Maklerin bin nicht glücklich über die extreme Preisentwicklung«, betont sie, »ich sehe leider viele enttäuschte Gesichter von Menschen, denen die Mieten zu hoch sind.« Hagen sieht keine Schuld des Maklers an der Preisgestaltung. »Der Preis wird über Angebot und Nachfrage geregelt«, der Makler sei nur der Profi, der die Gegebenheiten des Marktes kenne und dem daher eine beratende Stellung zukomme.

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