MAK zeigt Indoor-Pavillon aus Glas und Holz

Einen Indoor-Pavillon gibt es seit heute, Dienstag, in der MAK-Schausammlung Gegenwartskunst zu begehen und zu bestaunen. Um "The Ornament Museum" von Josiah McElheny im Garten des Museums aufzustellen ist die aus Holz und Glas gefertigte Installation leider zu filigran. "Er ist nicht wind- und wetterfest", bedauerte Kuratorin Bärbel Vischer im Gespräch mit der APA.


Die Wände des Pavillons bestehen aus rund 150 in Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Glasfachschule hergestellten gläsernen Fensterpaneelen mit händisch angefertigten Siebdruck-Mustern, denen sieben Ornament-Motive zugrunde lagen. Der 1966 in Boston geborene und heute in New York lebende US-Künstler, der selbst Glas bläst und riesige Glasskulpturen anfertigt, hat diese Motive Koloman Mosers 1902 erschienenen Überlegungen zu “Flächenschmuck” entnommen. “The Ornament Museum”, realisiert in Zusammenarbeit mit dem Chicagoer Architekten und Ausstellungsdesigner John Vinci, ist eine vielfache Auseinandersetzung und Anspielung auf die Kunst im Wien um 1900.

Struktur und Proportion des sechs mal fünf Meter großen und drei Meter hohen Pavillons sollen an Josef Hoffmanns österreichischen Pavillon für die Exposition internationale des Arts decoratifs et industriels modernes erinnern, die 1925 in Paris stattfand. Mit dem Pavillon inszenierte Hoffmann sein Ideal des Gesamtkunstwerks. Der Titel der Installation, die nahezu ein Jahr lang aufgestellt bleibt und, so sich ein Sponsor findet, danach in die Bestände des MAK eingehen könnte, ist an eine poetische Abhandlung von Paul Scheerbart über ein Ornamentmuseum angelehnt, die dieser 1911 in der Zeitschrift “Die Gegenwart” veröffentlichte.

Mit gelegentlichen szenischen Auftritten der Schauspielerin Susanne Sachsse wird nicht nur der Pavillon zusätzlich belebt, sondern auch ein Brückenschlag zu einer weiteren Protagonistin der Zeit versucht: Die Aktrice trägt ein in New York nach Entwürfen von Emilie Louise Flöge aus dem Jahr 1908 genähtes Kleid und erklärt den Besuchern die verborgenen und unbewussten Bedeutungen der Muster. “Das Kleid wird zu einem animierten Ornament, das den Körper der Performerin, die Architektur und die vielfältigen Formen der Ornamente interagieren lässt”, heißt es dazu im Pressetext.

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