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MAK: Ex-Direktor Noever fristlos entlassen

Nach einer "vorläufigen groben Schätzung" des Prüfberichts von "PricewaterhouseCoopers" liegt der Schaden, den Peter Noever angerichtet hat, bei 173.000 Euro. Dafür gab es vom Kuratorium des Museums die "Fristlose". Tatsächlich habe zwischen 2006 und 2009 viermal das Geburtstagsfest der Mutter von Noever im MAK stattgefunden, ohne dafür Saalmiete zu verrechnen.
Direktor Noever zurückgetreten
Im MAK rumort es...

Genau einen Monat nach seinem Rücktritt als Direktor des Wiener Museums für Angewandte Kunsthat Peter Noeveram Mittwoch vom Kuratorium des Museums die “Fristlose” erhalten. Das Aufsichtsgremium beschloss in mehrstündiger Sitzung einstimmig seine Entlassung als Angestellter mit sofortiger Wirkung, wie Kuratoriumsvorsitzender Andreas Treichl nach der Sitzung mitteilte. Der Gehaltsanspruch Noevers endet damit, ein Abfertigungsanspruch besteht nicht. Kulturministerin Claudia Schmied (S) hat den Beschluss bereits zur Kenntnis genommen und Treichl zur Auflösung des Anstellungsvertrags ermächtigt.

Der heute dem Kuratorium vorgelegte vertiefende Prüfbericht von “PricewaterhouseCoopers” beziffert die Schadenshöhe nach einer “vorläufigen groben Schätzung” auf rund 173.000 Euro. Darin enthalten sind u.a. “Rechnungen mit falschen Angaben” im Umfang von 53.600 Euro, bei denen Firmen Leistungen im Zusammenhang mit Geburtstagsfeiern von Noevers Mutter falsch datiert und falsch deklariert haben, damit sie “zu zeitnahen Fremdveranstaltungen des MAK passten”. Treichl betonte, Noever habe selbst im Gespräch mit ihm auf die Möglichkeit unkorrekter Abrechnungen aufmerksam gemacht, räumte allerdings ein, dass dieser bei den Vorgängen wohl involviert gewesen sein müsse.

Die angenommene Raummiete von 28.780 Euro wurde Noever laut Treichl nun zur Gänze zugeschlagen. Neben kleineren Posten wie Wein und Dekoration finden sich in der Aufstellung Verzugszinsen in der Höhe von fast 23.000 Euro, Umsatzsteuer von 11.700 Euro und nicht abgeführte Lohnsteuer (für den Sachbezug, den Noever nun eigentlich nicht in Anspruch nimmt, weil er die Rechnungen jetzt selbst zahlt, Anm.) in der Höhe von 45.500 Euro. Bei den überprüften Dienstreisen nach Los Angeles sahen die Prüfer eine einzige Feier in der Höhe von 631 Euro “als privat veranlasst”, während sie ansonsten “keine ungerechtfertigten Diätenverrechnungen” erkennen konnten.  

Kein langfristiger Schaden für MAK entstanden

Alle Kosten seien durch die von Noever im Rahmen “tätiger Reue” hinterlegten 220.000 Euro gedeckt, betonte Treichl. Weder dem MAK noch dem Steuerzahler sei Schaden entstanden. Bei anderen geprüften Komplexen seien die Prüfer in vielen, “ja bei fast allen Anschuldigungen” zu entlastenden Ergebnissen gekommen. “Die Verwendung eines Mietwagenservices für Dienstfahrten von Herrn Noever” sei kostengünstiger gewesen als ein Dienstwagen, heißt es etwa in dem Prüfbericht. “Luxusfahrzeuge, die wirtschaftlich nicht gerechtfertigt wären, werden nicht angemietet.” Die vom MAK getragenen Kosten für die Homepage “peternoever.at” werden auf 11.500 Euro beziffert, es seien darauf “im Wesentlichen Informationen über das MAK und die künstlerische Arbeit von PeterNoever” enthalten.

Das Kuratorium treffe keine Versäumnis-Schuld, so Treichl: “Ich glaube, dass wir extrem korrekt vorgegangen sind. Wir haben so gehandelt, wie wir es tun mussten.” Das Kuratorium hat keine weitere Detailprüfung in Auftrag gegeben, zumal auch der Rechnungshof prüfen werde: “Für mich ist die Prüfung damit abgeschlossen.” Das gilt jedoch nicht für die polizeilichen Ermittlungen. Nach Informationen der APA hat die Staatsanwaltschaft kürzlich auf Basis der vom Kuratorium vor einem Monat eingebrachten Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Über das weitere Vorgehen wird nach Vorliegen der Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen entschieden werden.

Die interimistische Leiterin des MAK, Martina Kandeler-Fritsch, wollte keine Stellungnahme abgegeben, zeigte sich jedoch “froh, dass die Prüfung nun abgeschlossen ist”. Sie möchte den Fokus ab sofort wieder “auf die qualitätvolle Umsetzung des künstlerischen und wissenschaftlichen Programms des Museums richten”.

(apa)

 

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