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MAK als Brillenfiliale: Ausstellung ehrt Robert La Roche

Museum zeigt Brillendesigns
Museum zeigt Brillendesigns
Brille? MAK. In Abwandlung eines bekannten Werbespruchs könnte dies das Motto für die aktuelle Ausstellung des Wiener Museums für Angewandte Kunst (MAK) sein, zeigt man doch bis Ende September das Werk des legendären Brillendesigners Robert La Roche. "Die Brille als Gesamtkunstwerk", laute das Motto, läutete MAK-Chef Christoph Thun-Hohenstein am Dienstag die Präsentation der Schau ein.


Die Räume des Design Labors im MAK-Untergeschoß gleichen dabei weitgehend der handelsüblichen Filiale eines Brillenhändlers. In Schaukästen sind zahlreiche Modelle des 1938 in Wien geborenen Autodidakten ausgestellt, flankiert von Werbematerial und Fotos. Anlass für die Ausstellung war eine Schenkung von 500 Objekten an das MAK. Als Dankeschön gibt es nun die erste Personale zum Oeuvre La Roches.

Schließlich hat dieser mit 1.200 selbst entworfenen Modellen eine Weltmarke aus Österreich geschaffen, die mit klassischen Designs und legendären Werbekampagnen reüssierte. Stars wie Yoko Ono, Andy Warhol oder Meryl Streep trugen Modelle des Designers, der erstmals zu Beginn der 1970er mit dem Thema in Kontakt kam. Ende der 1970er folgte dann sukzessive der Durchbruch, indem auf das Wiener Büro bald Dependancen in München und New York folgten.

“Diese Ausstellung war überfällig”, zollte Thun-Hohenstein dem Designer seinen Respekt, dem sich Kurator Thomas Geisler anschloss. Letztlich sei die Schau eine Form der Autobiografie: “Vielleicht ist das der Anfang eines Buchs, das noch nicht fertig ist.” In jedem Falle sei Robert La Roche, der seine Marke 1999 verkaufte, ein perfektes Fallbeispiel für österreichische Brillenweltgeltung: “Aus welchen Gründen auch immer, hat Österreich im Brillendesign international eine außergewöhnliche Stellung.”

Gerührt von den musealen Ehren zeigte sich La Roche selbst, sei doch die Vorbereitung der Schau “eine emotionale Hochschaubahn” gewesen, müsse man doch Erfolge und Misserfolge erneut durchleben: “Ich habe bei der Arbeit auch gesehen, dass ich sehr viele hässliche Brillen gemacht habe. Dazu muss man auch stehen.”

Wer Lust auf typverändernde Brillen hat, dem stehen bei Besuch der Ausstellung vier Papiermodelle zur Auswahl, mit denen man sich gleich bei einer Selfiestation fotografieren kann. Haltbarere Modelle des Brillencouturiers gibt es während der Ausstellungsdauer im MAK-Shop zu kaufen. “Ist es nicht doch eine Marketingaktion?”, warf Kurator Geisler selbst die entscheidende Frage auf. Er halte diesen Bezug zur Realität aber für wichtig.

Bunt wie die Brillenmodelle von La Roche präsentiert sich jedenfalls auch das Rahmenprogramm zur Ausstellung. Dieses reicht vom Designworkshop für Kinder (21. Mai und 17. September) über die Entwicklungshilfediskussion “Wo die Brille nicht Lifestyle, sondern Lebensretterin ist” (31. Mai) bis zur Typberatung “Besser sehen und aussehen” (25. September) mit dem Designer.

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