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Mahmud Abbas ist neuer PLO-Chef

Nur Stunden nach dem Tod von Yasser Arafat haben sich die Palästinenser am Donnerstag eine neue Führung gegeben. Die PLO wählte den früheren Ministerpräsidenten Mahmud Abbas zum neuen Vorsitzenden.

Das gilt als Vorentscheidung für die Arafat-Nachfolge. Als Übergangspräsident wurde Parlamentspräsident Rawhi Fattuh vereidigt. Mit den schnellen Personalentscheidungen soll die Gefahr eines drohenden Machtkampfs eingedämmt werden.

Nach tagelangem Todeskampf starb Arafats am Donnerstag um 03.30 Uhr im Alter von 75 Jahren in Clamart bei Paris, wie ein Sprecher des Percy-Militärkrankenhauses mitteilte. Die Nachricht wurde zuerst von Kabinettsminister Saeb Erekat in Ramallah bekannt gegeben. Arafat wurde am 29. Oktober nach Frankreich geflogen, nachdem sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert hatte. Vor einer Woche fiel er ins Koma. Woran er letztlich gestorben ist, war aber bis zuletzt nicht bekannt.

„Er hat seine Augen geschlossen, und sein großes Herz hat aufgehört zu schlagen“, sagte Arafats Berater Taeb Abdel Rahim unter Tränen. Am Vormittag fuhr ein Leichenwagen bei der Klinik vor. Noch am Donnerstag sollte der Leichnam nach Kairo übergeführt werden, wo am Freitag um 10.00 Uhr MEZ die Trauerfeier beginnen soll. Dazu wurden die Präsidenten mehrerer arabischer Staaten und Regierungsvertreter aus aller Welt erwartet. Die österreichische Bundesregierung wird durch Vizekanzler Hubert Gorbach (F) vertreten sein.

Im Anschluss an die Trauerfeier soll Arafat nach Ramallah übergeführt werden, wo auf dem Gelände seines Hauptquartiers, der Mukata, ein Grab ausgehoben wurde. Arafat soll nach Angaben seiner Fatah-Bewegung in einem Steinsarg beerdigt werden, um eine spätere Umbettung nach Jerusalem zu ermöglichen. „Die letzte Ruhestätte wird die Al-Aksa-Moschee sein“, sagte der palästinensische Kabinettsminister Erekat.

Das Exekutivkomitee der PLO wählte Abbas einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Dies bedeute, dass Abbas bei der Wahl zum Präsidenten keine Konkurrenz haben werde, sagte ein Kabinettsmitglied. Die Wahl muss innerhalb von 60 Tagen nach dem Tod des Amtsinhabers erfolgen. „Wir können sicher sein, dass es einen reibungslosen Übergang geben wird“, sagte Erekat der Nachrichtenagentur AP. „Das palästinensische Volk verdient freie und faire Wahlen.“

Nach der Nachricht vom Tod Arafats strömten tausende Menschen im Westjordanland und im Gazastreifen auf die Straßen. Angehörige militanter Organisationen setzten Autoreifen in Brand und schossen in die Luft. Die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden in Gaza beschlossen, sich in Märtyrer-Yasser-Arafat-Brigaden umzubenennen. Die Autonomieregierung rief 40 Trauertage aus. Mit Blick auf mögliche Unruhen verstärkten die israelischen Streitkräfte ihre Präsenz und riegelten die Zugänge zu den Autonomiegebieten ab.

Die wichtigste israelische Siedlerorganisation hat den Tod Arafats indirekt begrüßt und den Verstorbenen als „Judenfeind“ (nicht „Judenmörder“) bezeichnet. „Der Tod Arafats bedeutet das Verschwinden eines Judenfeindes, der Trauer in tausenden Heimen in Israel gesät hat. Der Siedlerrat hofft, dass mit dem Verschwinden Arafats auch das Lügenkonzept aus der Welt verschwindet, wonach Rückzug und Entwurzelung Frieden und Sicherheit bringen könnten“, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung.

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