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Mäuse

Ist die Katz aus dem Haus, tanzt die Maus. Akurat jetzt, wo die „neue“ Kulturstrategie ausgebreitet wird, tanzen 5 Kulturmäuse an und wollen mit einer Riesenblase dem Land die Kultur aus der Hand nehmen. Das wäre nachzuvollziehen, wenn nicht das Motiv wäre. Nicht die Inhalte sondern fiktive Wunschmillionen motivieren den Städtesturm auf das Land. Es gibt kein nachvollziehbares Argument für diese sonderbare „4-Stadt-Bewerbung mit Wäldar“.

Klar ist hingegen, dass ein neuer KHS (Kulturhauptstadt)-Beamtenkoloss mit 24 Mitarbeitern & 3 Direktoren geschaffen werden soll. Kulturbeamte hüpfen im Verein mit Bürgermeistern abwechselnd hoch, die ausgehängte Euro-Banane herunterzuholen. Frisches Geld winkt, neue Ämter & Macherkarrieren locken. Maus will raus aus der städtischen Kulturleitbildlangeweile. Die 5 Mäuschen sind jetzt glühende Europäer geworden, riechen Speck für ihre Budgets: Her mit dem Euro-Käs, koste es, was es wolle. Es kostet: allein für die Bewerbung sollen bis 2018 knapp 1 Mio. (!!!) Mäuse ausgegeben werden. Dann folgen weitere 30 und mehr Millionen. Graz stimmt indessen den Katzenjammer über die KHS 2009 an und überlegt die extra (für die Katz) gebaute Murinsel ins Schwarze Meer schwimmen zu lassen. Die Kulturmaus Dornbirn eiert seit Jahren „indigniert“ um das Kalbhaus herum, wird aber beim Geruch des KHS-Bratens hellwach und geiert auf den Bau des (Ladenhüters) Industriemuseum. Im neuen Stadtmagazin 0815 wird der Kulturamtsleiter als „Eventmacher“ präsentiert. Passt.

Es geht nicht um Kunst, nicht um Kultur, nicht um die KünstlerInnen, es geht um die Macher. Kultourismus ist angesagt, Mainstream und eine künstliche Möchtegernwelt. Kultourshopping, Kunsthopping. Banddurchneiden, Kamerasurren. Die Motive der Bewerber sind durchsichtig: Geld. Der Inhalt (Kunst & Kultur) wird der Millionenerwartung geopfert, Kultur soll drum künftig mit „ou“ geschrieben werden. Dürrenmatts alte Dame ist angekommen. Nachhaltigkeit wird als brauchbare Selbstlüge vorgehalten. Wer soll denn warum ins V-Rheintal anreisen, um das zu sehen, was ohnedies dauernd da ist und was in jeder Provinzstadt herumsteht?

Im Land ist lang schon Gestaltung Verwaltung gewichen, Kulturbeamte und – plotikeri zählen Besucher, Kultourburgen essen Seele auf, Kunstkommissare prüfen die da unten und verteidigen die da oben. Eventisierer haben die hausgemachten KünstlerÌnnen, die privaten Kulturveranstalter, die stillen Unentdeckten vom Volk, um den es in der Kulturpolitik gehen sollte, schon lang ins Eck verwiesen. Nicht dass sie nichts kriegen, alle kriegen a bitzile Spielgeld. Jetzt treiben KHS’ler das verbliebene Landeskulturpolitikskelett vor sich her. Der Geist fehlt, die Katze auch.

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