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Macht Macht machtlos?

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel ©.

„Wem gehört das Wasser?“, fragt die Sprecherin. „Uns gehört das Wasser“, tönt es lautstark zurück. Call & Response. Eine große Menge alter und junger Frauen und Männer, auch Kinder bilden die beeindruckende Frontlinie auf der Wiese des Rauch-Areals. Gerade sind die über 600 (!) Engagierten in einem langen Zug von der Dorfmitte Ludesch her gezogen. Das Ried soll dem gefräßigen roten Bullen geopfert werden. Dass sich eine große Gruppe von Menschen entschließt, zu Fuß, per pedes, wie früher einmal, fast wie im Mittelalter das Land vom Bodensee bis zur Bieler Höhe zu durchqueren, ist außergewöhnlich und imponiert vielen VorarlbergerInnen. Die Hassblogger geifern, die Konsumverblödeten grillen weiter, die reichen Satten spotten darüber im SUV (Sport Utility Vehicle). Ihre Geländelimousinen erreichen pünktlich zum Klimawandel Rekordumsätze. Ihr Bildunggrad besteht aus Allradantrieb, Bodenfreiheit, Geländegängigkeit, luxuriösem Fahrkomfort. Mit Neureichenpanzern glauben sie zur Schickeria aufzusteigen. Der Umweltbeitrag dieser Starbucks ist mehr Energie- und mehr Parkplatzverbrauch.

„Wem gehört der Boden?“ fragt die Sprecherin. „Uns gehört der Boden“ tönt es abermals kräftig zurück. Mit dem Protest wollen die entschlossenen WandererInnen dem unmäßigen Landschaftsfraß Einhalt gebieten. Die Botschaft ist unmissverständlich: AS LANGAT! Klartext in Mundart.

Was ist genug? Was hat sich unkontrolliert los gemacht in Vorarlberg? Wer ist dafür verantwortlich? Ist der Wachstumsglaube daran, die Menschen machtlos zu machen? Verdrängen unsere gewählten VolksvertreterInnen Naturschutz, Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte, das Gemeinwohl? Hat sich die Schlaraffenwirtschaft von der Demokratie befreit? Hat die Wirtschaft die politische Aufklärung endgültig verlassen? Die Landesregierung schmust mit den heimischen Herzeig-Unternehmen, die eiskalt die letzten Böden zusammenkaufen. Längst stehen wir der autoritären Herrschaft von Wenigen gegenüber. Auf den goldenen Thronen von Nestle, Starbucks, Facebook, Cola, Shell, IBM usw. sitzen die brutalen Diktatoren und verordnen weltweit die moralische Hässlichkeit samt Sprechverboten, Ausbeutung und Giftmorden.

Die Wachstumssekte der Wirtschaft ignoriert das Ende der Fahnenstange. Sie verdrängt das Gewissen, sie löscht die Vernunft. Sie vollzieht unter den leeren Blicken der sedierten Plotikeri die Rückkehr zum Raubtierzustand (homo homini lupus).

„Wer steht dahinter?“ Die Antwortet lautet: Alle Anleger, dazu gehören auch viele Freunde und Bekannte, die sich nach außen grün geben.

Ulrich Gabriel
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