"Ma hilft" als Hoffnung in der Krise

"Ma hilft"-Patin Marlies Müller mit "Tischlein deck dich"-Gründer Elmar Stüttler.
"Ma hilft"-Patin Marlies Müller mit "Tischlein deck dich"-Gründer Elmar Stüttler. ©VN/Paulitsch
Corona lässt viele Menschen in die Armut gleiten. VN-Sozialaktion steht für Unterstützung bereit.

"Ma hilft" hat in normalen Zeiten ein Gesicht: Marlies Müller, die gute Seele der Hilfsinitiative, tritt mit Menschen in Not am liebsten persönlich in Kontakt, besucht sie zu Hause und organisiert schnelle, unbürokratische Hilfe. In den vergangenen Wochen war aber auch sie zum Homeoffice verdammt. "Es ist nicht dasselbe, wie wenn ich raus kann", bedauert die gute Fee der Wohltätigkeitsorganisation. Erst in der letzten Zeit habe sie sich wieder mehr unter jene Menschen getraut, welche froh sind, wenn sie kommt.

Was bringt Corona?

Corona scheint das gesamte gesellschaftliche Leben, auch jenes in Bedürftigkeit, lahmgelegt zu haben. "Ich denke, dass diese Situation trügerisch ist", mutmaßt Marlies Müller. "Es sind viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger völlig unschuldig in Arbeitslosigkeit geraten. Da mag es derzeit noch Soforthilfen von staatlichen oder anderen Stellen geben. Aber was ist, wenn die Arbeitslosigkeit nur langsam zurückgeht und sich für viele eine vorübergehend missliche Situation als langfristiger Krisenzustand herausstellt?" Befürchtungen dieser Art gibt es zum Beispiel auch bei der IfS-Schuldenberatung, wo nach einem leichten Rückgang von Beratungen die Frequenz wieder zugenommen hat. "Wir konnten lange nur telefonisch beraten, Klienten wurde Geld gestundet. Das mögen die Gründe für den Rückgang gewesen sein. Aber eine Überschuldung hat eine lange Vorgeschichte und verschwindet nicht in ein paar Wochen", betont Simone Strehle-Hechenberger, die Chefin der IfS-Schuldenberatung in Vorarlberg.

Nur reden

Ihre ersten vorsichtigen Ausflüge zur Not haben auch Marlies Müller gezeigt, dass Menschen wie sie zu jeder Zeit dringend gebraucht werden. "Ich war bei einem Mann, der an MS leidet und bei dessen ebenfalls krankem Bub. Es war ein gutes Gefühl, dort helfen zu können."

Von einer rührenden Begebenheit anderer Art weiß Müller auch zu berichten. "Da hat mich eine 99-jährige Frau angerufen und um Hilfe gebeten. Ich habe sie dann besucht. Doch sie wollte gar nichts Materielles, sondern nur mit mir reden, weil sie sehr lange sehr einsam war."

Schnell, unbürokratisch

"Ma hilft" ist für unschuldig in Not geratene Menschen in Vorarlberg da, und das schnell und unbürokratisch. Gerade bei plötzlich eintretenden Krisensituationen ist schnelle Hilfe oft Gold wert. Die Not kann überfallsartig in das Leben von Menschen hereinbrechen. "Eine schwere Krankheit, Jobverlust, Scheidung: Eine vermeintlich sichere Existenz liegt schnell in Trümmern", weiß Marlies Müller nur allzu gut. Ihre genaue Prüfung von Fällen garantiert eine hohe Trefferquote der effizienten Hilfe.

"Ma hilft" braucht kein Geld für Verwaltungsaufwand, da die Administration bei den VN mitläuft. Die gesammelten Spendengelder kommen direkt an jene, die es brauchen.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • "Ma hilft" als Hoffnung in der Krise
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen