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LR Schwärzler: Fünf Punkte für Vorarlberger Milchlösung

Bregenz – Vertreter der Vorarlberg Milch und der Landwirtschaftskammer Vorarlberg einigten sich heute bei einem Gespräch mit Agrarlandesrat Erich Schwärzler auf 5 Punkte für eine Vorarlberger Milchlösung.

Obmann Reinhard Summer, Obmann-Stellvertreter Reinhard Hofer und Geschäftsführer Raimund Wachter (Vorarlberg Milch), Präsident Josef Moosbrugger (LK Vorarlberg), Nationalrat Norbert Sieber und Landesrat Erich Schwärzler zeigten angesichts der schwierigen Situation für die Milchbauern durch die von verschiedenen Diskont-Ketten in Gang gesetzte Senkung der Milchpreise Verständnis für die betroffenen Bauern: “Es kann nicht sein, dass der Preiskampf im Lebensmittelhandel auf dem Rücken unserer Milchbauern ausgetragen wird. Wir haben deshalb Verständnis für die aktuellen Boykottmaßnahmen vieler Bauern in Deutschland, denen sich auch Vorarlberger Milchbauern angeschlossen haben.

Das Wegschütten von Milch ist eine letzte Notbremse, um nachhaltig einen höheren Erzeuger-Milchpreis erzielen zu können. Ein weiteres Nach-Unten-Drehen der Milchpreisspirale durch die Diskonter ist absolut inakzeptabel und muss im Interesse der Erhaltung von heimischen Milch und Milchprodukten als hochwertige Lebensmittel und im Hinblick auf die stetig steigenden Energie- und Produktionskosten verhindert werden”, so der einmütige Tenor.

Die Gesprächspartner haben daher die folgenden fünf Punkte für eine Vorarlberger Milchlösung vereinbart:

1. Auf Grund der aktuellen Situation am Milchmarkt und einer Solidarisierung mit unseren Landwirten wird die Vorarlberg Milch mit 1. Juni 2008 einen Zuschlag zum derzeitigen Milchpreis von 2,5 Cent/kg für 80 Prozent der tatsächlich angelieferten Milchmenge ausbezahlen. Der Milchpreis liegt damit mit 1. Juni 2008 bei 40,03 Cent netto oder 44,50 Cent brutto pro kg.

2. Start der bewusstseinsbildenden Initiative “Milch ist mehr Wert” über die Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH, um den hohen Wert und die gesellschaftliche Bedeutung der heimischen Milch bzw. Milchproduktion in Vorarlberg transparent aufzuzeigen und die Partnerschaft zwischen Bauer, Milchverarbeiter, Handel und Konsument in Vorarlberg zu stärken.

3. Keine Lieferung von Milch von Vorarlberger Milchverarbeitungsbetrieben nach Deutschland.

4. Einsatz bei der Bundesregierung und Europäischen Union für die Erhaltung der Milchquote oder eines vergleichbaren Milch-Mengensystems auch nach 2014, um eine wirtschaftliche Milchproduktion für den Großteil der kleinbäuerlich strukturierten Betriebe, insbesondere im Berggebiet und in den benachteiligten Regionen, auch in Zukunft ermöglichen zu können. Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich die deutschen Bauern dieser Vorarlberg-Position anschließen.

5. Einbringung eines Landtagsantrages für angemessene und gerechte Preise für die Vorarlberger Milchbauern, um unseren Bauern für ihre Produkte – vor allem für ihre Milch – auch in Zukunft faire Preise zu gewährleisten.

“Zu Weltmarktpreisen ist keine Milchproduktion in Vorarlberg möglich”, erklärte Landesrat Erich Schwärzler abschließend.

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