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Lord Shaftesbury tot aufgefunden

Fünf Monate nach dem Verschwinden des englischen Lords Shaftesbury an der südfranzösischen Riviera hat die französische Polizei offenbar die Leiche entdeckt: "Für uns gibt es keine Zweifel."

Nach zwei Tagen intensiver Suche waren am Vortag in einem Tal bei Theoule-sur-Mer westlich von Cannes stark verweste Leichenteile gefunden worden. Ein DNA-Test soll kommende Woche letzte Gewissheit bringen, dass es sich um den 66-jährigen Anthony Ashley-Cooper, Lord Shaftesbury, handelt, der seit dem 6. November vermisst wurde.

Die französischen Ermittler gehen davon aus, dass Lord Shaftesbury vorsätzlich getötet wurde. Unter Tatverdacht steht der 40-jährige tunesische Schwager des Lords, der in seiner Wohnung bei München verhaftet und nach Frankreich ausgeliefert worden war, wo er seit März in Untersuchungshaft sitzt.

Die Identität des Toten stand für die Ermittler unter anderem wegen der ebenfalls gefundenen Kleidungsfetzen fest. Darüber hinaus lag die Leiche unweit jenes Ortes, von dem aus Lord Shaftesbury zuletzt telefoniert hatte. Die Leichenteile wurden in ein gerichtsmedizinisches Institut überführt.

Ashley-Cooper, der zehnte Earl von Shaftesbury, war als Genießer des Nachtlebens an der Cote d’Azur bekannt. Nach den Schilderungen seiner im Februar festgenommenen Frau Djamila, einer ehemaligen Bardame, soll er in seinem Appartement von dem Schwager getötet worden sein. Die Frau, die nach Angaben der Ermittler unter psychologischen Problemen leidet, hatte jedoch keine Hinweise zu den Umständen des Verbrechens und zum Verbleib der Leiche gemacht.

Der 40-jährige Bruder Djamilas werde noch mindestens drei Wochen in Untersuchungshaft bleiben, erklärte ein Justizmitarbeiter. Er habe bestritten, für die Tat verantwortlich zu sein, und versichert, er habe sich im November in Deutschland aufgehalten. Lord Shaftesbury hatte die Bardame vor zweieinhalb Jahren in den Niederlanden geehelicht und ihr im Südwesten Frankreichs eine Mühle vermacht.

Das Vermögen des Lords in Frankreich belief sich nach Schätzungen des britischen Boulevardblattes „Daily Mail“ auf umgerechnet sieben Millionen Euro. Der 66-jährige war den Ermittlern zufolge eine Beziehung mit einer Jüngeren eingegangen und wollte sich von seiner dritten Frau scheiden lassen, von der er seit sechs Monaten getrennt lebte.

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