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London: Terrorverdächtige vor Gericht

Unter scharfer Bewachung sind am Mittwoch in London acht vor zwei Wochen festgenommene Terrorverdächtige vor Gericht vorgeführt worden. Das Amtsgericht von Belmarsh verfügte, dass die Männer weiter in Haft bleiben.

Am Mittwoch kommender Woche müssen sie vor dem Zentralen Strafgericht in London erscheinen. Die acht Verdächtigen asiatischer Abstammung werden der Verschwörung zum Mord und zur Durchführung eines Angriffs mit radioaktiven oder chemischen Waffen beschuldigt.

Zwei von ihnen wird ferner der Besitz von Plänen vorgeworfen, die für Anschläge auf die New Yorker Börse, den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington und andere Finanzinstitutionen in den USA hätten genutzt werden können. Eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte vor Gericht, die Verdächtigen seien ideologisch motiviert und bereit gewesen, extreme Taten zu verüben. Bisher seien die Ermittler bei der Suche nach Beweisen lediglich auf die Spitze des Eisbergs gestoßen. Rund hundert Computer und tausende Unterlagen müssten untersucht werden. Eine Sprecherin von Anwälten der Verdächtigen erklärte, die Vorwürfe würden in vollem Umfang zurückgewiesen.

Aus US-Regierungskreisen hieß es, einer der Beschuldigten, der 32-jährige Dhiren Barot, gelte als ein führendes Mitglied des Terrornetzwerks Al Kaida. In verschiedenen Berichten tauche der Mann auch unter dem Namen Abu Eisa al-Hindi oder Abu Musa al-Hindi auf. Er soll laut US-Behörden am Ausspionieren bedeutender Finanzinstitutionen in Washington und New York beteiligt gewesen sein. US-Justizminister John Ashcroft erklärte in Washington, die Behörden prüften, ob auch in den USA ein Ermittlungsverfahren gegen die Männer eingeleitet werde.

Bei landesweiten Razzien hatte die britische Polizei am 3. August insgesamt 13 Personen festgenommen. Zwei von ihnen wurden inzwischen wieder freigelassen. Ein anderer wurde am Dienstag des illegalen Waffenbesitzes beschuldigt. Er erschien ebenfalls am Mittwoch vor Gericht und wurde gegen eine Kaution auf freien Fuß gesetzt. Die Festnahmen standen in Zusammenhang mit Razzien gegen mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen in Pakistan im Juli und den Terrorwarnungen in den USA am 1. August. Die Festnahmen lösten auch Befürchtungen über einen möglichen Anschlag auf den Londoner Flughafen Heathrow aus.

Nach den neuen Anti-Terror-Gesetzen in Großbritannien können Verdächtige statt sieben bis zu 14 Tage festgehalten werden, ehe sie formell beschuldigt oder freigelassen werden müssen. Die acht Männer stammen alle aus Südasien, einige von ihnen haben die britische Staatsbürgerschaft.

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