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London: Hassprediger verurteilt

Der islamische Hassprediger Abu Hamza ist in London zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der 47-jährige Ägypter mit britischer Staatsbürgerschaft soll zu Mord und Rassenhass aufgerufen haben.

Eine Geschworenenjury folgte den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft in elf von 15 Anklagepunkten.

Das Urteil des obersten Strafgerichts Großbritanniens blieb deutlich unter dem möglichen Strafmaß von lebenslänglicher Haft.

Trainingslager in England?

Die britische Polizei hat nach eigener Darstellung Hinweise darauf, dass Terroristen auch in Trainingslagern in Großbritannien ausgebildet worden sind. Dies zeige Beweismaterial, das die Polizei bereits im Jänner 2003 bei einer groß angelegten Razzia in einer Moschee im Norden Londons sichergestellt habe, sagte ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Diese Erkenntnisse hätten allerdings erst am Dienstag veröffentlicht werden können, nachdem der Prozess gegen den prominenten Hassprediger Abu Hamza al-Masri zu Ende gegangen sei. Hamza leitete die Finsbury-Park-Moschee, bei deren Durchsuchung Einsatzkräfte vor drei Jahren Gasmasken, Schutzanzüge vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen, Blanko-Pässe sowie Schusswaffen sicherstellten. Er wurde am Nachmittag unter anderem wegen der Anstiftung zum Mord zu sieben Jahren Haft verurteilt.

„Der Verdacht der Anti-Terror-Einheit war, dass die entdeckten Gegenstände wahrscheinlich in Ausbildungslagern in Großbritannien genutzt wurden“, sagte der Polizeivertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Wo genau die Trainingscamps lagen, welche Ausbildung dort stattfand und wie formalisiert diese war, sei jedoch nicht bekannt. Bisher sei auch kein Mitglied der Moschee wegen des Besitzes der verdächtigen Gegenstände strafrechtlich verfolgt worden.

Es ist das erste Mal, dass die britische Polizei von Terror-Ausbildungslagern für islamische Extremisten im eigenen Land spricht. Bisher hatten sich die Ermittler vor allem auf die Überwachung von Moslems konzentriert, die in Camps der Extremistengruppe Al-Kaida in Afghanistan oder Pakistan trainiert werden sollen. Dort sollen sich auch einige der Attentäter von London vor ihren Anschlägen am 7. Juli einige Zeit aufgehalten haben.

Hamzas Moschee in London gilt Ermittlern als Brutstätte radikaler Islamisten. Zu den Besuchern der Moschee gehörten in den späten 1990er Jahren der inzwischen als „Schuhbomber“ verurteilte Richard Reid und Zacarias Moussaoui, der im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA vor Gericht steht.

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