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Lokführergewerkschaft GDL droht mit Totalstreik

©AP
Der Deutschen Bahn AG droht im Tarifkonflikt mit den Lokführern erstmals ein umfassender Streik in allen Verkehrsbereichen.

„Es wird voraussichtlich so kommen, dass sowohl der Fern- und Nah-, als auch Güterverkehr bestreikt werden“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Manfred Schell, der „Passauer Neuen Presse“. Nach der Sitzung ihres geschäftsführenden Vorstands will die GDL um 12.00 Uhr in Frankfurt am Main verkünden, wann sie in welchen Bereichen streikt und wie lange der Arbeitskampf dauern soll.

„Auch ein unbefristeter Streik steht zur Diskussion“, wird Schell zitiert. In der Nacht war ein Ultimatum der GDL ausgelaufen, mit dem sie die Deutsche Bahn zur Vorlage eines neuen Angebots aufgefordert hatte. Arbeitsniederlegungen sind frühestens ab (dem morgigen) Mittwoch möglich, wie die GDL erklärte.

Der GDL-Vorsitzende gab sich in dem Interview unbeugsam: „Wir können einen Streik länger durchhalten, als es die Bundesrepublik verkraftet“, sagte er, „und vor allem deutlich länger, als der Bahnvorstand dies glaubt“. Der Gewerkschaftschef gab erneut der Unternehmensführung die Schuld an der Eskalation. „Der Bahnvorstand ist unbelehrbar, trotz unseres massiven Streiks im Güterverkehr. Deshalb müssen wir härtere Maßnahmen ergreifen.“ Es werde Zeit, dass Kunden und die Bundesregierung Druck auf den Bahnvorstand machten „und diesem Zauber ein Ende bereiten“, fügte Schell hinzu.

Die Bahngewerkschaft Transnet kritisierte die GDL-Streikpläne scharf: „Streik ist immer die letzte Option“, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen der „Leipziger Volkszeitung“. Er fügte hinzu: „Was die GDL will, bedeutet Spaltung der Belegschaft.“ Transnet und die Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter (GDBA) wollten Beschäftigungssicherung für alle Eisenbahner im Zuge einer möglichen Privatisierung. „Diesen Tarifvertrag werden wir mit allen Mitteln verteidigen. Das gilt für sämtliche Modelle, die auf den Tisch kommen“, wird Hansen mit Hinweis auf die laufende Privatisierungsdebatte in der Großen Koalition zitiert.

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